Kämpfe gegen Rebellen
Mehr als 160 Tote auf den Philippinen

Im Süden der Philippinen kämpfen muslimische Rebellen mit Gewalt für eine eigene Region gegen die Regierungsstreitkräfte. Ihr jüngster Angriff zwingt Tausende Bürger zur Flucht. Allein in den vergangenen zwei Wochen sind mehr als 160 Menschen gestorben.
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ManilaDie anhaltenden Kämpfe zwischen der Armee und muslimischen Rebellen im Süden der Philippinen haben nach Angaben des Militärs bislang mehr als 160 Menschen das Leben gekostet. Bei den jüngsten Gefechten auf der Insel Mindanao seien weitere sechs Aufständische der Separatistenbewegung MNLF und damit insgesamt 98 Rebellen getötet worden, berichtete die Zeitung „Philippine Star“ am Sonntag online in Berufung auf Behördenangaben.

Mindestens 52 Zivilisten sind gestorben, seit sich Rebellen am 9. September in einigen Ortsteilen der Hafenstadt Zamboanga auf Mindanao verschanzt hatten. Am Samstag starb eine alte Frau, als ihr Haus von einer Mörsergranate getroffen wurde, wie die Armee berichtete. Bei den Gefechten seien auch zehn Soldaten und drei Polizisten ums Leben gekommen.

Etwa 120 000 Einwohner flüchteten aus der Region. Um das Vorrücken der Armee zu verhindern, sollen die Rebellen Tausende Häuser in Brand gesteckt haben. Zudem nahmen die MNLF-Kämpfer nach Armeeangaben zahlreiche Geiseln, von denen 174 am Wochenende wieder von den Streitkräften befreit werden konnten. Mehrere Rebellen wurden der Armee zufolge festgenommen.

Die Moro Nationale Befreiungsfront (MNLF) kämpft für mehr Autonomie für die muslimischen Regionen im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Sie hatte 1996 mit der Regierung Frieden geschlossen, wirft ihr aber vor, die Versprechungen nicht eingehalten zu haben. Im vergangenen Jahr stimmte die Regierung einer autonomen Zone für Muslime auf Mindanao zu. Sie soll bis 2016 verwirklicht werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Diese autonome Zone gibt es nach entsprechender Volksabstimmung schon seit Jahren, sie nennt sich ARMM und wurde nit der MNLF vereinbart. Nicht zugestimmt hatte die MILF, die sich wegen der Verhandlungen schon frueher von der MNLF abgespalten hatte. Daraufhin hatte die Regierung auch mit dieser Verhandlungen aufgenommen. Dem Ergebnis stimmte das Verfassungsgericht nicht zu.
    Die MNLF wiederum ist sauer ueber die Verhandlungen mit der MILF und hat einen neuen Staat ausgerufen, der sogar noch die malayische Provinz Sabah mit einbezieht. Dieser Staat sollte in Zamboanga mit Flaggenhissen ausgerufen warden, woraufhin es zu den jetzigen Kaempfen kam. Uebrigen steht nur ein Teil der MNLF unter Misuari hinter diesen Kaempfen.

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