Kämpfe gegen Russland
Georgien zieht Elitesoldaten aus dem Irak ab

Russische Truppen sind in Südossetien einmarschiert, das georgische Außenministerium meldet Luftangriffe der Russen, um Georgiens Offensive in der abtrünnigen Provinz zu stoppen. Die Zahl der Opfer soll bereits im vierstelligen Bereich liegen. Jetzt zieht Georgien 1 000 Elitesoldaten aus dem Irak ab.

HB TIFLIS. Das sagte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates in Tiflis, Alexander Lomaia, am Freitag laut Medienberichten. Das ist etwa die Hälfte des georgischen Kontingents. Experten in Tiflis gingen bisher immer davon aus, dass eine solche Initiative Signal für einen möglicherweise größeren Krieg im Südkaukasus sein könnte.

Nach Ausbruch des kriegsähnlichen Konflikts zwischen Georgien und Russland hat Georgiens Präsident Michail Saakaschwili zudem die USA zur Hilfe gerufen. Es sei im Interesse der USA, seinem Land zu helfen, sagte Saakaschwili dem US-Sender CNN in einer Live-Zuschaltung. „Es geht nicht mehr nur um Georgien. Es geht um Amerika und seine Werte. Wir sind ein Freiheit liebendes Land, das derzeit angegriffen wird.“ Russland führe auf georgischem Boden Krieg gegen sein Land.

Die USA reagierten zurückhaltend auf die Äußerungen. Es habe Kontakt mit georgischen Offiziellen gegeben, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Auf die Frage, ob es eine Anfrage um Unterstützung gegeben habe, antwortete es aber mit „Nein“. Die Vorgänge in Georgien würden dennoch genau verfolgt.

Die US-Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama haben am Freitag die Gewalt in der georgischen Region Südossetien verurteilt und zu diplomatischen Schritten zur Eindämmung des Konflikts aufgerufen.

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Georgien ist der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Freitagabend (15 Uhr Ortszeit) erneut zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Die Regierung in Tiflis hatte das Treffen beantragt. Sie erklärte, der Einmarsch russischer Truppen auf georgisches Gebiet sei eine Bedrohung für die Souveränität des Landes.

Zuvor hatten georgische Truppen eine Offensive zur Rückeroberung der abtrünnigen Region Süd-Ossetien begonnen. Nach georgischen Angaben wurden auch zwei russische Kampfflugzeuge abgeschossen.

Südossetien, das sich 1992 von Georgien abgespalten hat, und das ebenfalls arme Abchasien wollen mit russischer Unterstützung ihre Unabhängigkeit von Georgien behaupten. Aber über das westlich orientierte Georgien, das in die Nato strebt, halten die USA eine schützende Hand.

Russland setzte nach der Großoffensive Georgiens am Morgen Panzer in Marsch und verstärkte seine Truppen im Nachbarland. Die Größenordnung ist bisher nicht bekannt. Man wolle die schon früher dort stationierten "russischen Friedenstruppen" verstärken, deren Stärke bei etwa 500 Mann liegt. Präsident Dmitri Medwedjew und Ministerpräsident Wladimir Putin drohten Vergeltung für den Tod russischer Soldaten an und sicherten den zu 90 Prozent russischen Bewohnern Süd-Ossetiens ihren Schutz zu.

Die meisten Einwohner Südossetiens haben einen russischen Pass. "Wir werden den Tod unserer Landsleute nicht ungesühnt lassen. Die Schuldigen werden gebührend bestraft", sagte Medwedjew.

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