Kämpfe im Libanon
Europäer bringen sich in Sicherheit

Die Ausländer fliehen aus dem Libanon: Nach der Blockade Beiruts durch israelische Truppen haben mehr als 100 Europäer die Stadt und das Land über Syrien verlassen. Israel setzte seine Bombardements indes unvermindert fort. Dem Chef der Hisbollah drohte Jerusalem mit gezielter Tötung.

HB BEIRUT. Die israelische Luftwaffe dehnte ihre Angriffe im Libanon weiter aus. Augenzeugen berichteten von neuen Angriffen auf den Internationalen Flughafen von Beirut. Zwei Raketen seien auf eine Landebahn abgefeuert worden, hieß es in Sicherheitskreisen. Über das Ausmaß der Schäden oder über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Die Anlage war geschlossen, da die israelische Luftwaffe bereits gestern Landebahnen des Rafik-al-Hariri-Flughafens unter Beschuss genommen hatte.

Bei weiteren Angriffen sind nach Informationen des arabischen Senders al-Dschasira mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 wurden verletzt. Die israelische Luftwaffe bombardierte das Hauptquartier der radikal-islamischen Hisbollah im Süden von Beirut sowie die Autobahn nach Damaskus, die wichtigste Landverbindung zur arabischen Welt. Die Straße wurde danach für den Verkehr geschlossen. Die Luftwaffe habe außerdem Treibstofflager südlich der Küstenstadt Sidon beschossen, teilte das israelische Militär mit. Nach libanesischen Angaben wurden auch ein Elektrizitätswerk und Brücken zerstört.

Nach der Blockade Beiruts durch israelische Truppen haben mehr als 100 Europäer den Libanon über Syrien verlassen. Die Zyprer, Briten, Franzosen und Tschechen seien gestern Abend mit Bussen von Beirut nach Damaskus gebracht und von dort per Flugzeug nach Larnaca auf Zypern geflogen worden, teilten die Behörden des südosteuropäischen Landes am Freitag mit. Es habe einige Stunden Verspätung gegeben, weil die Busse aus Sicherheitsgründen eine andere Strecke hätten fahren müssen als ursprünglich vorgesehen, hieß es. Falls nötig, werde ein weiteres Flugzeug gechartert. Zypern ist der EU-Mitgliedsstaat, der am nächsten zum Nahen Osten liegt.

Israel hatte in dieser Woche die Militäroperationen gestartet, nachdem die dortige Hisbollah-Miliz zwei israelische Soldaten entführt hatte. Jerusalem will mit der Offensive die Hisbollah aus dem Südlibanon vertreiben und die Regierung in Beirut zwingen, gegen die militante Organisation vorzugehen. Beide müssten „einen hohen Preis zahlen“, wenn die Aggressionen nicht aufhören, sagte Innenminister Ronni Bar-On. Israel kämpft nun ungeachtet internationaler Kritik an zwei Fronten: Auch im palästinensischen Gazastreifen sucht die Armee in Form einer Offensive noch immer nach einem verschleppten Soldaten.

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Die Luftangriffe auf Beirut waren am Abend mit Flugblättern angekündigt worden. In den dicht besiedelten südlichen Stadtteilen liegen das Hauptquartier der Hisbollah, das Büro von Hisbollah-Führer Scheik Hassan Nasrallah und der Fernsehsender der Organisation, Al Manar.

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