Kämpfe im Libanon
Israel nennt Waffenstillstand-Bedingungen

Massive Drohungen aus Syrien und dem Iran: Die beiden Länder haben Israel im Fall eines Angriffs mit einer „harten Antwort“ gedroht. Teheran sprach gar von "unvorstellbaren Verlusten". Israel forderte die libaenische Bevölkerung indes auf, den Süden des Landes zu verlassen – und überstellte der Regierung in Beirut seine Bedingungen für ein Ende der Offensive.

HB DAMASKUS/BEIRUT. Die libanesische Regierung hat nach eigenen Angaben von italienischen Diplomaten die Bedingungen Jerusalems für eine Einstellung der der israelischen Militäroffensive erhalten. Israel fordere die Freilassung der von der Hisbollah entführten Soldaten und einen Rückzug der Miliz von der gemeinsamen Grenze.

Die syrische und die iranische Regierung hatten Israel zuvor mit ernsten Konsequenzen gedroht, sollte die israelische Armee Syrien angreifen. "Unsere Antwort wird direkt, hart und grenzenlos sein", sagte der syrische Informationsminister Mohsen Bilal heute der staatlichen Nachrichtenagentur. Gestern Abend hatte Israel einen Ort nahe der Grenze zwischen Libanon und Syrien beschossen.

Syrien gilt als Unterstützer der radikal- islamischen Hisbollah. Damaskus bestreitet jede Beteiligung an den jüngsten Militäraktionen. Die Raketen, die heute Morgen in der israelischen Hafenstadt Haifa einschlugen, sind nach Einschätzung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Schaul Mofas in Syrien hergestellt worden. "Das sind syrische Waffen", sagte der frühere Verteidigungsminister bei einem Rundgang durch das Bahndepot in Haifa, in dem bei dem Raketenangriff acht Menschen ums Leben kamen.

Drohungen gen Jerusalem kamen heute auch aus Teheran: Die iranische Führung kündigte für den Fall einer israelischen Attacke auf Syrien mit "unvorstellbaren Verlusten". "Wir hoffen, dass die zionistische Regierung nicht den Fehler begehen wird, Syrien anzugreifen", sagte Außenamtssprecher Hamid Resa Asefi heute. Eine Ausweitung des Konflikts werde für Israel unabsehbare Folge haben. Iran stehe "an der Seite des syrischen Volkes". Syrien und der Libanon könnten auf den "geistlichen und humanitären Beistand" des Iran rechnen.

Bilderstrecke: Schwere Kämpfe in Nahost

Im Libanon gehen derweilen die Kampfhandlungen weiter: Die israelische Luftwaffe setzte Vormittag ungeachtet internationaler Aufrufe zur Mäßigung fort. Die Streitkräfte riefen die Bevölkerung im Süden des Libanons auf, sich vor einem bevorstehenden Luftangriff in Sicherheit zu bringen. „Wir empfehlen ihnen, ihre Dörfer und Häuser zu verlassen und in den Norden des Landes zu gehen“, sagte der General des israelischen Nordkommandos, Udi Adam, der Fernsehnachrichtenagentur APTN. „In drei oder vier Stunden werden wir den Süden des Libanons heftig angreifen.“ Experten diskutieren nun, israel könne eine erneute Besetzung der Gebiete anstreben.

Seite 1:

Israel nennt Waffenstillstand-Bedingungen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%