Kämpfe im Nordirak
USA kritisieren Offensive der Türkei

Die türkische Militäroffensive im Nordirak löst nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Robert Gates die Probleme mit den kurdischen Separatisten nicht. Die Kämpfe dauern derweil an. Dabei hat die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK nach eigenen Angaben vom Sonntag einen türkischen Kampfhubschrauber abgeschossen.

HB CANBERRA/BAGDAD/ISTANBUL. Die Erfahrungen im Irak und in Afghanistan zeigten, dass zusätzlich zum militärischen Vorgehen wirtschaftliche und politische Initiativen nötig seien, sagte Gates am Sonntag in Australien. Er rief die Regierung in Ankara zudem auf, die Souveränität des Irak zu beachten und die Kommunikation mit der Regierung in Bagdad zu verbessern. Dies dürfe keine einmalige Angelegenheit sein, sondern müsse kontinuierlich fortgesetzt werden.

Gates sieht in der türkischen Offensive aber keine Bedrohung für die irakische Stabilität. Er rief die türkische Armee am Sonntag zu einem zügigen Rückzug aus dem Irak auf, sobald die „Mission erfüllt“ sei. Gates erinnerte daran, dass Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei Soldaten und Zivilisten ermordet hätten.

Die PKK berichtete am Sonntag, ein Kampfhubschrauber sei am Vorabend in Scham Gihu im grenznahen Teil der Provinz Dohuk in unwegsamen Berggebiet niedergegangen. Das Schicksal der Besatzung sei unklar. Für den Bericht gab es keine unabhängige Bestätigung.

Das türkische Militär war am Donnerstag in den Norden des Nachbarlandes einmarschiert, um gegen Kämpfer der kurdischen Arbeiterpartei PKK vorzugehen. Die PKK nutzt nach Einschätzung der türkischen Regierung den Nordirak als Rückzugsraum und Basis für Angriffe in der Türkei. Seit Beginn des Kampfes der PKK für einen eigenen Staat 1984 sind in dem Konflikt 40 000 Menschen getötet worden.

Bei der Offensive wurden bisher mindestens 86 Menschen getötet. Wie der Generalstab in Ankara am Samstag mitgeteilt hatte, kamen 79 PKK-Mitglieder und 7 Soldaten ums Leben. Viele Waffen und Verstecke der als Terrororganisation eingestuften PKK seien gefunden und zerstört worden, hieß es. Unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise berichtete der Nachrichtensender CNN-Türk, die Militäroperation solle etwa zwei Wochen dauern. Die PKK drohte nach Angaben arabischer Medien mit Anschlägen in der Türkei.

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