Kämpfe im pakistanischen Grenzgebiet
Bin Ladens Stellvertreter angeblich eingekesselt

Pakistanische Sicherheitskräfte haben nach Angaben aus Regierungskreisen möglicherweise die Nummer zwei der Terrororganisation El Kaida, Ajman el Sauahri, an der Grenze zu Afghanistan eingekesselt.

HB ISLAMABAD. „Dort herrscht ein erbitterter Kampf. Die Art und Weise, wie die Leute Widerstand leisten, deutet darauf hin, das dort jemand wichtiges ist. Wir gehen davon aus, dass sich El Sauahri dort versteckt haben könnte“, verlautete am Donnerstag aus den Kreisen. Auf die Frage, ob es sich auch um El-Kaida-Anführer Osama bin Laden handeln könnte, hieß es: „Nein, er ist es nicht.“

Zuvor hatte bereits Pakistans Präsident Pervez Musharraf gesagt, im Grenzgebiet zu Afghanistan sei möglicherweise ein ranghoher El-Kaida-Vertreter bei einem Gefecht umzingelt worden. In dem Gebiet wird auch Bin Laden vermutet. Die US-Regierung erklärte, sie habe keine Informationen darüber, um wen es sich handele.

El Sauahri gilt als rechte Hand Bin Ladens. In den vergangenen Monaten waren wiederholt Tonbänder aufgetaucht, auf denen El Sauahri im Namen der El Kaida mit Anschlägen auf westliche Ziele gedroht hatte. Zuletzt hatte er am 24. Februar das jüngst erlassene Kopftuchverbot an französischen Schulen verurteilt und weitere Anschläge in den USA angedroht. El Kaida wird unter anderem für die Anschläge vom 11. September 2001 und die Anschläge auf voll besetzte Pendlerzüge in der spanischen Hauptstadt Madrid vor einer Woche verantwortlich gemacht.

„Angesichts des geleisteten Widerstandes haben wir den Eindruck, dass es sich um ein sehr wichtiges Ziel handeln könnte“, sagte Musharraf unter Berufung auf einen Kommandeur der Streitkräfte. Auf die Frage, ob es El Sauahri oder Bin Laden sei, sagte Musharraf: „Ich werde nichts dazu sagen. Meine bisherige Erfahrung ist, egal, was ich sage, es wird die Überschrift geben: Er sagt, dort ist Sauahri oder Osama.“ Aus westlichen Geheimdienstkreisen verlautete, El Sauahri und Bin Laden würden sich vermutlich nahe beieinander in der pakistanischen Grenzregion Waziristan befinden.

Unterstützt von Hubschraubern hatten die pakistanischen Streitkräfte am Donnerstag eine neue Offensive im Grenzgebiet zu Afghanistan eingeleitet. Mit der Unterstützung pakistanischer Stammesangehöriger fahnden sie in der unwegsamen Region nach Anhängern der El Kaida. Am Dienstag waren bei den Kämpfen in der Region 24 mutmaßliche Bin-Laden-Anhänger getötet worden. Auf der afghanischen Seite der Grenze sind rund 13 500 US-Soldaten stationiert. Auch sie fahnden nach El-Kaida-Anhängern.

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