Kämpfe in Afghanistan
16 Tote bei Taliban-Angriffen

Bei Angriffen mehrerer hundert mutmaßlicher Taliban-Kämpfer sind in Afghanistan mindestens neun Soldaten und sieben Rebellen getötet worden. Bei einem Hinterhalt in der südafghanischen Provinz Zabul haben am Samstag rund 40 mutmaßliche Taliban-Kämpfer fünf Soldaten getötet, sagte Provinzgouverneur Afisullah Hashim Khan am Sonntag. Drei Rebellen seien erschossen worden.

HB/dpa KABUL. In der Nachbarprovinz Urusgan lieferten sich nach Angaben der dortigen Provinzregierung bis zu 300 mutmaßliche Taliban am Freitagabend ein fünfstündiges Feuergefecht mit der Armee. Vier Soldaten und vier der Angreifer starben den Angaben zufolge.

Mit den jüngsten Angriffen setzt sich die schwerste Welle der Gewalt seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban Ende 2001 fort. In den vergangenen zwei Wochen wurden bei Angriffen mutmaßlicher Taliban-Kämpfer rund 100 Menschen getötet und 50 verletzt, darunter auch Zivilisten. Zu den meisten Angriffen kam es im Süden und Osten des Landes. Die zunehmenden Attacken deuten nach Ansicht von Beobachtern darauf hin, dass sich Taliban und die Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida reorganisiert haben.

Der Gouverneur von Urusgan, Jan Mohammad Khan, erhob nach dem Angriff schwere Vorwürfe gegen die Regierung Pakistans. Bei den neun nach den Kämpfen festgenommenen Angreifern seien Dokumente gefunden worden, die eine Unterstützung Pakistans belegten, sagte er. Ohne Unterstützung Pakistans seien die Attacken nicht zu erklären, sagte er. Bereits vor zwei Wochen seien in der Provinz mutmaßliche Taliban-Kämpfer mit ferngesteuerten Bomben festgenommen worden, die gestanden hätten, von Pakistan unterstützt zu werden.

Bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte die Regierung in Islamabad das radikalislamische Taliban-Regime in Afghanistan unterstützt. Danach stellte sie sich im Anti-Terror-Kampf an die Seite der USA. Zwischen Pakistan und Afghanistan ist es in den vergangenen Wochen zu schweren Spannungen gekommen.

Mutmaßliche Taliban-Anhänger brannten in der ostafghanischen Provinz Logar unterdessen eine Mädchenschule nieder. Dabei sei ein Wachmann verletzt worden, berichtete das staatliche Fernsehen am späten Freitagabend. In einem Drohbrief seien Lehrer und Schülerinnen aufgefordert worden, nicht mehr zum Unterricht zu kommen. Unter dem Taliban-Regime war Mädchen der Schulbesuch verboten.

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