Kämpfe in Nadschaf
Schiiten-Prediger el Sadr angeblich bei US-Angriff verletzt

Die US-Truppen im Irak wollen sich nach dem Sturm auf Nadschaf aber nicht an Angriffen auf heilige Stätten der Muslime in der umkämpften Pilgerstadt beteiligen. Das hat der stellvertretende Außenamtssprecher Adam Ereli am Donnerstag in Washington klargestellt. In Bagdad schloss auch der irakische Innenminister Falah el Nakib aus, dass US-Truppen die heiligen Stätten erobern würden. Dies sei die Aufgabe von Irakern.

Nach den Worten von Ereli haben die US-Truppen auch keine Absicht, den radikalen Prediger aus seinem Versteck herauszuholen. Im Abstand von 200 Metern rund um die Moschee errichteten sie einen Belagerungsring aus hohen Betonmauern und Stacheldraht, wie ein dpa-Reporter aus dem Inneren des Ringes berichtete. US-Verbände nähmen dahinter die vorderste Linie ein, irakische Sicherheitskräfte folgten in der zweiten Reihe.

Bei ihrer Offensive gegen die aufständischen Schiitenmilizen in Nadschaf stürmten US-Truppen am Donnerstagabend auch das Haus von el Sadr. Der US-Sender CNN zeigte Bilder der Aktion. Das US-Militär hatte die Offensive am Morgen eingeleitet. Dabei wurden auch vermutete Rebellenstellungen auf dem großen Pilgerfriedhof bombardiert. Das Vorrücken auf die Moschee war von den heftigsten Gefechten seit Beginn der neuen Kämpfe vor einer Woche begleitet. Etwa 80 % der Bevölkerung des heiligen Bezirks um den Imam-Ali-Schrein und den Friedhof „Tal des Friedens“ hatten zuvor ihre Wohnungen verlassen.

In Bagdad und Kerbela protestierten mehrere tausend Schiiten gegen die US-Offensive. Rund 2000 Kundgebungsteilnehmer forderten im schiitischen Bagdader Stadtbezirk Kadhimija den Rücktritt des irakischen Innenministers und des Gouverneurs von Nadschaf. In Kerbela gingen etwa 1200 Menschen auf die Straße. Das iranische Außenministerium kritisierte die Offensive.

Ungeachtet der Lage im Irak beschloss der Weltsicherheitsrat am Donnerstag die Verlängerung des Mandats der UN-Unterstützungsmission für das Land (UNAMI) um ein Jahr. Das Gremium folgte einem Antrag der USA und Großbritanniens. Die Mission soll dem Irak umfangreiche politische Unterstützung beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft leisten und vordringlich bei der Organisierung von Wahlen helfen.

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