Kämpfe nahe der Grenze
Israel versetzt Armee in Alarmbereitschaft

Israels Streitkräfte reagieren zunehmend nervös auf die Kämpfe in Syrien unweit der eigenen Grenze. Nachdem die Golan-Höhen von Granaten aus Syrien getroffen wurden, hat die Armee Beschwerde bei der UN eingereicht.
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JerusalemAn der Waffenstillstandslinie auf den von Israel kontrollierten Golanhöhen versammelten sich am Mittwoch Dutzende bewaffneter Männer. Die israelischen Behörden versetzten daraufhin die Streitkräfte in der Region in Alarmbereitschaft und schlossen einen Ausflugspunkt. Israelische Sicherheitskräfte bezeichneten die Lage als unklar. So sei nicht bekannt, ob es sich bei den Männern in ziviler Kleidung um syrische Soldaten oder Rebellen handelte. Es habe keine Versuche gegeben, die Waffenstillstandslinie mit Gewalt zu überschreiten.

Am Dienstag waren die Golan-Höhen von Granaten getroffen worden, die offenbar im Konflikt zwischen Armee und Rebellen in Syrien abgefeuert wurden. Mehrere Mörsergranaten hätten am Morgen die Golan-Höhen getroffen, sagte ein Sprecher der israelischen Armee. Es habe keine Schäden oder Opfer gegeben. Demnach sollten die Granaten offenbar Dörfer in Syrien treffen und schlugen versehentlich in dem von Israel besetzten Gebiet ein.

Die israelische Armee habe bei der für die Grenzüberwachung zuständige UN-Truppe Beschwerde eingereicht, sagte der Sprecher. Israel werde es nicht hinnehmen, von Syrien aus unter Beschuss zu geraten.

Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei Angriffen von Aufständischen auf Straßensperren der syrischen Armee in Dörfern nahe den besetzten Golan-Höhen mindestens fünf Soldaten und zwei Rebellen getötet. Demnach fanden die Kämpfe in zwei Ortschaften in dem Teil des Golan statt, der nicht von Israel besetzt ist. Israel hatte die Golan-Höhen während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt und 1981 annektiert.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Daran gibt es gar nichts zu deuteln: die Golan-Höhen sind seit 1981 ganz klar territorialer Bestandteil Israels, so wie die Westbank von 1950 bis 1988 territorialer Bestandteil Jordaniens war und wie die Falkland-Inseln zu Großbritanien gehören. Israel hat ein Recht, sein Territorium zu verteidigen, die UN-Blauhelme haben die Pflicht, die Einhaltung der vereinbarten Waffenruhe an der Waffenstillstandslinie zwischen Syrien und Israel militärisch zu überwachen. Auch die syrisch-unnitischen Rebellen müssen diese internationale Verpflichtung ihrer syrisch-alewitischen Landsleute einhalten. Schon Assads Vater verweigerte sich trotz Rückgabeangebot der Golan-Höhen einem Friedensschluss mit Israel, wie ihn Ägypten und Jordanien machten; es besteht wenig Hoffnung, dass die sunnitischen und al-Quaida-Aufständischen in diesem Punkt klüger sind.

  • Die israelische Regierung hat doch ne grobe Meise.
    Die Golanhöhen sind nach wie vor völkerrechtswidrig von Israel besetzt und jetzt beschweren sie sich, wenn in diese Pufferzone Granaten fliegen. Schönes Selbstverständnis aus israelischer Sicht.

  • Wetten das? False flag aktionen der Schurkenstaaten USA und/oder Israel!

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