Kämpfer lehnen Abzug ab
Marines übernehmen Kommando in Nadschaf

Angesichts der heftigen Kämpfe mit radikalen Schiiten in Nadschaf hat am Montag die US-Marineinfanterie das Kommando über die multinationalen Truppen in der irakischen Stadt übernommen.

HB BAGDAD WASHINGTON. Zuvor hätten die Polen das Kommando innegehabt, berichtete der US-Nachrichtensender CNN. Der Gouverneur von Nadschaf, Adnan el Surufi, habe den US-Truppen Militäroperationen in der Umgebung der Imam-Ali-Moschee in Abstimmung mit irakischen Einheiten erlaubt. Die Moschee ist eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten.

Der radikale Schiiten-Prediger Muktada el Sadr hatte zuvor einen Abzug seiner Kämpfer aus Nadschaf abgelehnt. Er und seine „Mahdi- Armee“ würden „bis zum letzten Blutstropfen“ kämpfen, sagte der radikale Prediger vor Journalisten in Nadschaf. Er forderte Übergangsregierungschef Ijad Allawi zu „ernsthaften Schritten in Richtung Verhandlungen“ auf. Voraussetzung dafür sei die Einstellung der US-Bombardements. Allawi hatte bei einem Blitzbesuch in Nadschaf am Sonntag einen bedingungslosen Rückzug der Milizen verlangt.

Die Kämpfe in der den Schiiten heiligen Stadt hielten den ganzen Montag über an. US-Helikopter feuerten Raketen auf vermutete Stellungen der radikal-schiitischen Milizionäre auf dem Friedhof und im historischen Stadtzentrum ab, berichtete ein dpa-Reporter. Rund 2000 Kämpfer der Miliz El Sadrs hielten sich auf dem Gelände des Friedhofs und der Moschee auf, schätzte das US-Militär. Ebenso viele Marinesoldaten und etwa 1800 Mitglieder der irakischen Nationalgarde stünden den Milizionären gegenüber.

In der südirakischen Metropole Basra starb bei Kämpfen mit Anhängern El Sadrs ein britischer Soldat. Es habe noch weitere Opfer gegeben, sagte ein Sprecher Verteidigungsministeriums in London nach Angaben des Nachrichtensenders SkyNews. Mehrere Soldaten seien verwundet worden, als ihre Fahrzeuge beschossen wurden.

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