"Kämpft weiter!"
Rebellenchef Al-Sadr ruft zur Fortsetzung der Kämpfe auf

Der geistliche Anführer des Schiiten-Aufstands im Irak, Moktada Al-Sadr, hat seine Anhänger am Mittwoch aufgerufen, auch im Fall seines Todes oder seiner Gefangennahme weiter zu kämpfen.

HB NADSCHAF. Mit seinem Appell an die Kämpfer ignorierte der radikale Geistliche Al-Sadr den Aufruf von Ministerpräsident Ijad Allaui vom Vortag, der ein sofortiges Ende der Kämpfe verlangt. Der Aufstand der Schiiten bringt die Übergangsregierung zunehmend unter Handlungsdruck.

Seit Tagen halten die Kämpfe zwischen den Aufständischen und den US-Soldaten in Nadschaf an. Vizepräsident Ibrahim Dschaafari forderte nunmehr überraschend einen Abzug der US-Truppen aus der den Schiiten heiligen Stadt. Anders als angekündigt dauerten die Reparaturarbeiten an der durch Sabotage beschädigten Ölpipeline an, die die südlichen Terminals Iraks mit Exportöl versorgt.

„Kämpft weiter, auch wenn ihr mich gefangen oder als Märtyrer seht. So Gott will, werdet ihr siegen“, rief Al-Sadr in einer in Nadschaf veröffentlichten Erklärung seinen von den US-Marines eingekreisten Anhängern zu. Erst am Vortag hatte die irakische Regierung die Einstellung der Kämpfe angemahnt.

Nachdem der Appell Allauis offensichtlich auf taube Ohren stieß, erklärte Vize-Präsident Dschaafari, die US-geführten Truppen sollten die „allen Moslems heilige Stadt Nadschaf“ verlassen. Die irakischen Sicherheitskräfte würden auch allein in der Lage sein, die Lage in der Stadt zu normalisieren, sagte Dschaafari dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira. Er sei dafür, die Tür für Al-Sadr nicht ganz zuzuschlagen, sagte Dschaafari, der selbst der schiitischen Glaubensrichtung angehört. Sollte dieser die Kämpfe nicht beenden, seien aber „außerordentliche Maßnahmen“ der Regierung in Bagdad denkbar, fügte er hinzu.

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