Kaesong
Nordkorea taktiert bei Sonderzone

Der Industriepark Kaesong wird zum Zankapfel: Nordkorea hat sämtliche Verträge mit Südkorea über die gemeinsame Sonderzone für ungültig erklärt.

HB SEOUL. Pjöngjang werde eigene Bestimmungen zu Löhnen, Besteuerung und anderen Einzelheiten festlegen, erklärte die zuständige nordkoreanische Behörde am Freitag laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Südkoreanische Firmen müssten diese Bedingungen annehmen oder die Sonderzone verlassen.

Südkorea nannte den Schritt inakzeptabel, der Norden handele damit unverantwortlich. „Dies ist eine Maßnahme, die die Stabilität des Komplexes Kaesong bedroht“, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Der 2004 eröffnete gemeinsame Industriepark unmittelbar nördlich der Grenze zwischen beiden Staaten verbindet billige Arbeitskräfte aus Nordkorea mit der Technik und dem Management aus Südkorea – rund 38 000 Nordkoreaner arbeiten dort in mehr als 100 südkoreanischen Unternehmen, die Waren wie Schuhe oder Uhren produzieren. Die Einnahmen sind eine wesentliche Devisenquelle für den verarmten Norden. Das Projekt galt einst als vielversprechendes Beispiel einer Zusammenarbeit zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten.

Seit dem Amtsantritt des konservativen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak im Februar vergangenen Jahres haben sich die Beziehungen zwischen Süd- und Nordkorea deutlich verschlechtert. Im April wurden die ersten Gespräche der beiden Regierungen seit mehr als einem Jahr nach lediglich 22 Minuten wieder beendet. Nordkorea verweigerte nach südkoreanischen Angaben die Freilassung eines Ende März in Kaesong verhafteten Arbeiters, dem Pjöngjang Verunglimpfung des politischen Systems Nordkoreas vorwirft.

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