Kagame Favorit bei Präsidentenwahlen
Erste Wahlen in Ruanda seit Völkermord

In Ruanda waren am Montag rund vier Mill. Wahlberechtigte zur ersten Wahl seit dem Völkermord von 1994 aufgerufen, bei dem Hunderttausende Menschen ums Leben kamen.

Reuters KIGALI. Als Favorit bei den Präsidentenwahlen galt Amtsinhaber Paul Kagame, der die ruandische Hauptstadt Kigali vor neun Jahren als Anführer einer Rebellen-Armee eingenommen hatte und seitdem die Politik des zentralafrikanischen Landes dominiert. Die Wahllokale öffneten um 06.00 Uhr (MESZ) und sollten am 15.00 Uhr schließen. Rund 1900 Wahlbeobachter, darunter 350 Ausländer, wachten über den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl.

„Es ist sehr wichtig, dass wir wählen gehen“, sagte der Student Jean Bosco Ndizeye. „Wir wollen Demokratie. Dies ist Teil der Demokratie und der Menschenrechte. Wir können denjenigen wählen, den wir wollen.“ Neben Kagame, Angehöriger des Tutsi-Volkes, treten zwei weitere Kandidaten an. Beide sind moderate Hutu.

1994 töteten Hutu-Extremisten rund 800 000 Tutsi und Hutu getötet, die die Machtideologie der Hutu nicht mittragen wollten. Rund 85 % der 8,2 Mill. Ruander sind Hutu, 14 % Tutsi. Der Rest gehört der Minderheit der Twa-Pygmäen an. Kagame hatte die Bevölkerung aufgerufen, die ethnischen Konflikte beizulegen und nicht als Hutu, Tutsi und Twa sondern als Ruander zu wählen. Seinem stärksten Konkurrenten Faustin Twagiramungu warf er vor, ethnische Propaganda zu betreiben, um sich die Stimmen der Hutu zu sichern. Twagiramungu hat dies zurückgewiesen und erklärt, Kagame wolle ihn in Misskredit bringen. Menschenrechtsorganisationen werfen Kagame vor, mit seinem Ruf nach Einheit seine Politik der harten Hand zu rechtfertigen.

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