Kai Uwe Kühn
EU-Kartellwächter erhalten Verstärkung

Kai Uwe Kühn wird am 1. Mai 2011 als neuer Chefvolkswirt in der Behörde von EU-Kommissar Joaquin Almunia antreten. Noch aber ist der Ökonom an der Universität von Michigan tätig, die Meinungen seiner Studenten reichen von „konfus“ bis „brutal“.
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BRÜSSEL. Für die Wettbewerbshüter in Brüssel ist Kai Uwe Kühn (47) die erste Wahl. Am 1. Mai 2011 wird der gebürtige Bremer den Posten als neuer Chefvolkswirt in der Behörde von EU-Kommissar Joaquin Almunia antreten. Noch aber ist der Ökonom an der Universität von Michigan tätig. Dort gehen die Meinungen der Studenten über ihn auseinander. Von „konfus“ bis „brutal“ reichen die Bewertungen bei RateMyProfessors.com: „Wenn du smart bist und engagiert, wirst du ihn überleben.“

Den Posten des Chefvolkswirts in der Wettbewerbsbehörde gibt es seit 2003. Kühns Aufgabe wird es sein, die wirtschaftlichen Auswirkungen wettbewerbspolitischer Maßnahmen zu prüfen, zu bewerten und so Entscheidungen mit vorzubereiten. Mit Wettbewerbsfällen ist Kühn vertraut. So hat er Microsoft beraten, als die Kommission gegen den IT-Konzern wegen Wettbewerbsverstößen ermittelte.

Kühn hat in Bonn studiert und an der London School of Economics. Promoviert hat er in Oxford. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist lang. Zahlreiche Preise hat er eingeheimst. Seit 1998 lehrt er in Michigan. „Ich glaube“, schreibt ein Student, „seine Kritiker verwechseln miesen Unterricht mit der Schwierigkeit der Materie.“

Thomas Ludwig
Thomas Ludwig
Handelsblatt / EU-Korrespondent

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  • Große Klasse! Die Finanzmarktkrise hat die Ratlosigkeit und die Untauglichkeit der Modelle des ökonomischen Mainstreams aufgedeckt und denselben in die Krise gestürzt. Jetzt holt sich die EU einen dieser Schule zum Chefberater. Die Krone ist natürlich, dass ausgerechnet jemand genommen wird, der Microsoft gegen die EU-Wettbewerbshüter verteidigt hat. Was soll das geben? Will Herr Almunia die EU-Kartellwächter auf einen Schmusekurs zur US-Konzernwelt führen?

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