"Kalif von Köln"
Lebenslange Haft für Kaplan in der Türkei

Der als "Kalif von Köln" bekannt gewordene und später in die Türkei abgeschobene Islamistenführer Metin Kaplan ist von einem Gericht in Istanbul zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

HB ISTANBUL. Die drei Richter befanden den Gründer der Organisation "Kalifatsstaat" des Hochverrats für schuldig. Es sei erwiesen, dass er 1998 einen Terroranschlag auf das Atatürk-Mausoleum in Ankara befohlen habe. Dabei sollte die dort zum Nationalfeiertag versammelte türkische Staatsspitze mit einem mit Sprengstoff beladenen Kleinflugzeug angegriffen werden.

An der Gedenkstätte auf einem Berg bei Ankara versammelten sich zu dem Jubiläum tausende Menschen. Am Tag vor dem Fest wurden 23 mutmaßliche Anhänger Kaplans verhaftet. Vor Gericht bezeichnete Kaplan die Attentatspläne als frei erfunden und als „Komplott“. Die Anschuldigungen gegen ihn basierten auf Aussagen mutmaßlicher militanter Islamisten, die unter Folter zu Stande gekommen seien.

Kaplan saß in Deutschland eine vierjährige Haftstrafe wegen Aufrufs zum Mord an einem Konkurrenten ab. Seine Organisation wurde verboten. Im vergangenen Oktober wurde er nach einem jahrelangen Rechtsstreit aus Deutschland abgeschoben. Erst die Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei vor zwei Jahren und Maßnahmen gegen Folter ermöglichten seine Auslieferung. Der "Kalifatstaat" ist auch in der Türkei eine verbotene Vereinigung.

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