Kalifornien rückt in den Mittelpunkt
Erneute Proteste bei Trump-Auftritt

Fans und Gegner von Präsidentschaftskandidat Donald Trump sind in Kalifornien aneinandergeraten. Es kam zu Handgreiflichkeiten, die Polizei hatte Mühe, Schlimmeres zu verhindern. Es geht um alles oder nichts.

BurlingameMehrere hundert Menschen haben am Freitag gegen einen Auftritt des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump im Rahmen des Kongresses der republikanischen Partei im US-Bundesstaat Kalifornien demonstriert. Sie lieferten sich nach Angaben eines AFP-Fotografen in Burlingame nahe des Internationalen Flughafens von San Francisco gewaltsame Auseinandersetzungen mit Polizisten, die Beamten wurden unter anderem mit Eiern beworfen.

Einige Demonstranten versuchten zudem, Absperrungen der Polizei zu durchbrechen, die vor dem Hotel aufgebaut waren, in dem Trump sprechen sollte. Angesichts der Proteste musste der umstrittene Milliardär einen improvisierten Hintereingang nehmen, den die Polizei so eingerichtet hatte, dass ihn Trumps Wagenkolonne direkt vom Standstreifen der Schnellstraße 101 aus erreichen konnte. Dadurch umging er die Straßenblockaden der Demonstranten an den Abfahrten des Highways.

Trumps Wahlkampf wird seit geraumer Zeit von wütenden Protesten und Prügeleien überschattet. Immer wieder liefern sich Gegner des populistischen Bewerbers auch Auseinandersetzungen mit der Polizei. Erst am Donnerstag waren in Costa Mesa in Kalifornien etwa 20 Teilnehmer eine Anti-Trump-Demonstration festgenommen worden. Hunderte Menschen hatten sich dabei ebenfalls gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Ein Sieg bei der Vorwahl im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien ist für Trump von zentraler Bedeutung. Dort stellt sich bei der letzten Vorwahlrunde am 7. Juni heraus, ob er vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Juli die für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat notwendigen 1237 Delegierten zusammenbekommt oder nicht. Insgesamt werden in Kalifornien 172 Delegierte vergeben. Kalifornien hat einen starken Anteil Einwanderer aus Lateinamerika und speziell aus Mexiko. Auf dem Kongress wird am Abend Trumps Gegner Ted Cruz reden, dessen nominierte Vizepräsidentin im Falle eines Sieges, Carly Fiorina, wird am Samstag sprechen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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