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Kampagne gegen Energieverbrauch : Japans Wirtschaft tauscht Anzüge gegen Polo-Shirts

Weil Japans Klimaanlagen zu viel Strom verbrauchen, soll sich die Bevölkerung nun dünner anziehen. Die japanische Regierung will mit der Kampagne den Verbrauch um 15 Prozent senken - noch sind viele skeptisch.

Büroangestellte in Tokio: Für eine Regierungskampagne wird nun der strenge Kleidungskodex gelockert.
Büroangestellte in Tokio: Für eine Regierungskampagne wird nun der strenge Kleidungskodex gelockert.

TokioIn diesem Sommer ist in Japan nichts mehr wie es war. Die Atomkatastrophe um das Kraftwerk Fukushima Daiichi, die die Regierung und Kraftwerkbetreiber Tepco noch immer nicht im Griff haben, hat die Menschen im Land nicht nur verängstigt. Sie hat ihnen durch den Ausfall der Atomreaktoren auch eine Stromknappheit in acht Präfekturen plus Tokio beschert. Seither nun sucht das Land nach Möglichkeiten, den Verbrauch zu drosseln, die Klimaanlagen in den brutal heißen Sommermonaten zumindest herunter zu fahren. 15 Prozent an Strom, hat die Regierung festgelegt, sollen Bürger und Unternehmen einsparen.

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Mit der Kampagne "Super Cool Biz", die Japans Regierung letzte Woche gestartet hat, soll das gelingen. "Biz" steht für Business und zielt auf den privaten und öffentlichen Sektor, der seine Angestellten auffordern soll, sich in den kommenden Monaten doch bei der Arbeit außer Haus oder im Büro etwas luftiger anzuziehen. "Das wird eine große Sache", sagt Umweltminister Ryu Matsumoto. "Es wird den Lebensstil der Japaner verändern."

Die Ministerien gehen dabei mit gutem Beispiel voran. Allerdings nicht, ohne zugleich zu regeln, was "super cool" ist und was nicht. Im Umweltministerium etwa sind seit Mittwoch Polo-Shirts, T-Shirts, Jeans und Sneakers erlaubt. Das muss reichen. Sportbekleidung, Shorts oder gar Flip-Flops verstoßen weiter gegen den Dresscode.

In Japan wird normalerweise Einheitskleidung getragen. Das beginnt in der Schule mit dem Uniform-Zwang und setzt sich beim Eintritt in die Arbeitswelt zwanglos, aber kodexgerecht fort. Ob in Tokio, Osaka oder Hiroshima: Die Herren tragen im Winter dunkle Anzüge mit weißem Hemd und dunkler Krawatte, die Damen entsprechende Kostüme oder Hosenanzüge. Im Sommer schwenken beide Geschlechter auf dünnere und hellere Stoffe um - ohne aber die korrekte Form aufzugeben.

"Super Cool Biz" soll dabei helfen. Wer dünner angezogen ist, so der Plan, hält auch Temperaturen bis zu 28 Grad Celsius in Japans Bürotürmen und U-Bahnen aus, die normalerweise extrem heruntergekühlt werden. Die Idee ist nicht neu. Schon 2005 führte die damalige Umweltministerin Yuriko Koike das "Cool Biz" ein, als eine - international viel belächelte - Maßnahme zur Bekämpfung der Klimaerwärmung.

  • 05.06.2011, 16:41 UhrTsunami

    Dies ist also Japans Antwort auf die Atom Katastrophe?

    Dies ist also Japans Antwort auf die Atom Katastrophe?

    Anstatt über Polo Shirts sollten die besser über Strahlen Schutzanzüge nachdenken.

    In denen schwitzt sich übrigens noch stärker als in Fashion Anzügen.

    Ich habe den Eindruck die Japaner bekommen überhaupt nichts auf die Reihe.

    Die Strahlenwerte in Fukushima steigen und steigen. Bald wird man sich nur noch für wenige Sekunden dem AKW nähern können.

    Die Katastrophe in Fukushima läuft kräftig aus den Rudern.

    Alle Anstregungen die bis jetzt unternommen worden sind eine Pharse.

    Japan muß mit allen möglichen Mitteln das Ding einbetonieren und das solange es noch möglich ist.

    Die Russen haben nicht umsonst schnellstmöglich einen Sarkophag über den Reaktor von Tschernobyl gestülpt.

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