Kampagne sollte "Tatsachen" gegen "Falschinformationen" setzen
US-Militär hat irakische Presse für positive Berichte bezahlt

Das US-Militärkommando in Bagdad hat erstmals zugegeben, dass irakische Zeitungen für die Veröffentlichung positiver Berichte über den US-Einsatz bezahlt wurden.

HB WASHINGTON. In einer Erklärung heißt es nach Angaben der „Washington Post“ (Samstag), die Entlohnungen seien Teil einer legitimen Kampagne, um „Falschinformationen“ durch die Aufständischen „Tatsachen“ entgegen zu setzen. Zugleich wird jedoch auch eingeräumt, dass dabei die Grenzen des Zulässigen überschritten worden sein könnten, und eine formelle Untersuchung in Aussicht gestellt.

US-Medien hatten berichtet, dass von US-Militärangehörigen selbst verfasste Artikel mit Hilfe einer vom Pentagon angeheuerten US-Firma an irakische Zeitungen verteilt und in vielen Fällen Geld für die Veröffentlichung bezahlt werde. Häufig wüssten die irakischen Medien nicht, woher die Texte kämen, weil sich die Anbieter als freie Journalisten ausgegeben hätten. In manchen Fällen seien auch irakische Journalisten direkt für das Schreiben positiver Berichte bezahlt worden.

Der „Washington Post“ erklärte das Militärkommando in Bagdad am Freitag dazu, es sei gang und gäbe, Anzeigenplatz und Platz für Meinungsartikel zu kaufen, die auch ganz klar als solche gekennzeichnet seien. Allerdings seien „ernste Beschuldigungen“ aufgetaucht, dass die Kampagne über das vorgesehene und zulässige Maß hinausgegangen sei. Kommandeure seien dabei, die Vorwürfe zu prüfen und würden gegebenenfalls eine Untersuchung einleiten.

Am Freitag hatte sich auch der republikanische Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im Senat, John Warner, „zutiefst besorgt über die Situation“ geäußert. Sein demokratischer Senatorenkollege Edward Kennedy forderte den Pentagon-Generalinspekteur in einem Brief dazu auf, die Aktivitäten zu untersuchen.

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