Kampf gegen den IS im Irak: UNHCR befürchtet neues Flüchtlingsdrama

Kampf gegen den IS im Irak
Millionen Menschen in Mossul in Gefahr

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UNHCR befürchtet neues Flüchtlingsdrama

In Mossul und im Umland sollen sich rund 4000 IS-Kämpfer aufhalten. Diese haben nach verschiedenen Berichten in der Stadt tiefe Gräben und ein Tunnelsystem ausgehoben, um sich zu verteidigen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass Straßen und Gebäude mit Sprengfallen versehen sind, was einen Vormarsch auf die Stadt erschweren könnte.

Umstritten ist der Einsatz schiitischer Milizen bei der Offensive. Diese hatten angekündigt, sich an der Militäroperation zu beteiligen. Die Sunniten lehnen das jedoch ab, weil sie befürchten, dass die schiitischen Milizen ihren Einfluss im Land noch weiter ausbauen könnten. Mossul ist die wichtigste sunnitische Stadt im Irak. Viele Sunniten fühlen sich von der Mehrheit der Schiiten im Land und von der schiitisch dominierten Zentralregierung diskriminiert.

In den vergangenen Tagen war zudem der Konflikt zwischen der irakischen Regierung und der Türkei erneut eskaliert. Bagdad fordert den Abzug türkischer Truppen, die nordöstlich von Mossul stationiert sind und dort unter anderem sunnitische Milizen ausbilden. Die Türkei lehnt jedoch einen Abzug ihrer Einheiten ab.

Hilfsorganisationen hatten vor dem Beginn der Offensive vor einem neuen Flüchtlingsdrama gewarnt. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet mit bis zu 700.000 Menschen aus Mossul und dem Umland, die fliehen und auf Hilfe angewiesen sein könnten. Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden jedoch bisher zu wenige Lager errichtet, um die Menschen bei einer Massenflucht ausreichend versorgen zu können. Zudem gibt es Befürchtungen, die Flüchtlinge könnten in die Schusslinie geraten.

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits wichtige Gebiete im Irak und auch in Syrien verloren. So konnten irakische Streitkräfte im Sommer die IS-Hochburg Falludscha im Osten des Landes befreien. Auch in Syrien steht der IS unter Druck. Erst am Sonntag hatten von der Türkei unterstützte Rebellen den symbolisch wichtigen Ort Dabik im Norden des Landes vom IS eingenommen.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Herr Renatus Isenberg: warum "eventuell" ein Kriegsverbrechen? Der seinerzeitige US-Einmarsch in den IRAK ist unter dem Grundsatz des vorhandenseins von Chemischen BIOwaffen erfolgt. Jeder einigermaßen interessierte Mensch weiss, dass das einfach eine ganz ganz große Megalüge war. Selbst der Powell kam sich nachher wie ein Volltrottel vor - zu Recht.

    Aber die UN - hat die USA eigentlich bereits die säumigen Mitgliedsbeiträge von irgendwas Mrd. gezahlt? - interessiert es wohl auch nicht so.

    Dieses Scheiß Wort "Geopolitik".

    Und, Hussein wollte sein Öl anderweitig und in € verkaufen; darüber denkt IRAN doch auch schon nach. Klingelts?

  • Hallo Herr Hofmann...Sie haben Recht...die Ideologie des IS ist in vielen Köpfen in der arabischen Welt verankert. Das ist ähnlich der ökosozialistischen Ideologie hierzulande.

    Wenn der IS seinen irdischen Staat verliert dann wird diese Ideologie an anderer Stelle mit anderen Personen wiederkommen. Das ist ähnlich Pilzen. Die Sporen sind im Boden und die Pilze kommen immer wieder an die Oberfläche.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.http://www.handelsblatt.com/netiquette

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