Kampf gegen den IS Erbitterte Schlacht um Mossul dauert an

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IS soll Krankenhaus als militärische Basis genutzt haben

Auf einem Parkplatz vor dem Krankenhaus stand ein halbes Dutzend zerstörter Panzer. Die IS-Kämpfer hatten sich während der Gefechte über Dächer und durch ein Tunnelsystem bewegt und auf diese Weise Soldaten überrascht sowie Fahrzeuge erbeutet. Einen Monat nach seinem Rückzug lässt sich der Befehlshaber der neunten Division, Kassim Dschassim Nasal, die zerschossenen Panzer zeigen. „An diesen Ort zurückzukehren, ist wie eine Rache“, sagt er bei dem Rundgang. Seine Männer hätten keine Chance gehabt, den ständigen Angriffen mit Autobomben ohne Hilfe aus der Luft standzuhalten.

„Das waren keine normalen Autobomben. Jede war wie eine atomare Explosion“, ruft er sich in Erinnerung. Den Keller des Krankenhauses benutzten die Extremisten offenbar als Bunker. In den Räumen liegen Dutzende Matratzen. In den Fluren sind Munition und Schutzanzüge gelagert. Ganz oben auf den Regalen sind religiöse Bücher aufgereiht. Auf den Grünflächen vor dem Gebäude liegen neben anderen Vorräten auch etliche Krankenakten herum. Laut Stichproben eines Teams der Nachrichtenagentur AP waren diese jedoch mehr als ein Jahr alt.

Es sei „eindeutig“, dass der IS das Krankenhaus als militärischen Stützpunkt genutzt habe und nicht mehr zur Behandlung von Zivilpersonen, sagt John Dorrian, ein Sprecher der US-Streitkräfte vor Ort. „Wenn der Feind Einrichtungen wie diese als Lagerplatz für Waffen oder als Hauptquartier für Einsätze nutzt, werden wir solche Einrichtungen angreifen.“ Dorrian betont, dass dies im Einklang mit dem Kriegsvölkerrecht stehe. Die Einnahme des Al-Salam-Krankenhaus ermöglicht es den irakischen Truppen zudem, fast bis an den Tigris vorzudringen, der Mossul in einen West- und einen Ostteil spaltet.

Die neue Front liegt nun im Stadtteil Jarimdscha, wenige hundert Meter vom Ufer entfernt. Kinder spielten hier am Dienstag in den engen Straßen – doch wann immer Raketen über ihre Köpfe hinwegflogen, oder der Abschuss von Minenwerfern zu hören war, gingen sie in Deckung. „Wir haben gelernt, was diese Geräusche bedeuten“, sagt der 13-jährige Hamid Mahmood dazu.

Die Bewohner haben unter den erbitterten Kämpfen zwischen dem IS und den irakischen Truppen schwer zu leiden. Er schätze, dass allein in seinem Viertel in den zurückliegenden drei Monaten mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen seien, sagt der 23-jährige Saif Ahmed. Erst vor einer Woche seien seine Schwägerin und ihr Baby beerdigt worden. Die Frau wurde nach seinen Angaben bei einem Mörserangriff getötet, während das Kind kurz darauf an Durchfall erkrankte und starb.

Ungeachtet dessen werden die strategischen Pläne fortgeführt. Das weitere Vorgehen von Jarimdscha aus sei besonders gefährlich, sagt der hier stationierte irakische Kommandant Masin Mohammad. Zwischen dem Viertel und dem Tigris liegen nämlich nur noch einige Felder. Die IS-Kämpfer haben von ihren Stellungen am anderen Ufer des Flusses aus also einen freien Blick. „Es ist ein offenes Gelände und sie können uns kommen sehen“, sagt Mohammad.

  • ap
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2 Kommentare zu "Kampf gegen den IS: Erbitterte Schlacht um Mossul dauert an"

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  • Und warum unterstützt die Frau Merkel immer noch gewissenlos den Islam??

  • Bei den Gefechten um Aleppo gab es täglich Meldungen, dass dabei Zivilisten sterben.

    In Mossul scheinen keine Zivilisten bei den Angriffen und Bombardierungen zu sterben. Die sind da anscheinend kugelfest.

    Hier sieht man wieder die unterschiedliche Berichterstattung, wenn einmal Russland und einmal die USA an Luftschlägen beteiligt sind. Beide, USA und Russland, sind keine Freunde der EU, sie können höchstens Interessenspartner sein, wobei die USA unsere Berichterstattung massiv beeinflusst.

    Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.

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