Kampf gegen den IS

Türkei weitet Bodenoffensive aus

Ankara kündigt weitere Militäreinsätze in Syrien an – und schickt mehr Panzer über die Grenze. Deutsche Politiker begrüßen den Großeinsatz gegen den Islamischen Staat, warnen aber zugleich die türkische Regierung.
Update: 25.08.2016 - 13:52 Uhr

Weitere türkische Panzer rücken nach Nordsyrien vor

IstanbulNach der Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der nordsyrischen Grenzstadt Dscharablus wird die Türkei nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim ihre Militäreinsätze in der Region fortsetzen. Jetzt gehe es darum, die Kurdenmiliz YPG über den Euphrat zurückzudrängen.

„Bis das verwirklicht ist, werden unsere Operationen weitergehen“, sagte Yildirim am späten Mittwochabend in einem Fernsehinterview. Die Türkei schickte nach AFP-Angaben weitere Panzer über die Grenze. Ankara will die Ausweitung der kurdischen Einflussgebiete in Syrien und somit die Entstehung eines eigenständigen, kurdischen Autonomiegebietes verhindern.

Einen Tag nach dem Beginn der Großoffensive der Türkei in Syrien gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) drangen zehn weitere türkische Panzer auf syrisches Territorium vor, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Auch mehrere Krankenwagen und schwere Geschütze wurden am Donnerstagmorgen über die Grenze gebracht. Bei der Militäroperation würden über 20 Panzer eingesetzt, erklärte die Regierung in Ankara am Donnerstag.

Türkische Panzer rücken in Syrien ein
Weitere Panzer rücken nach Syrien vor
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Die Türkei hat am Mittwoch weitere Panzer nach Syrien geschickt. Das Militär soll die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der syrischen Grenzstadt Dscharablus vertreiben und verhindern, dass das Gebiet in die Hände kurdischer Rebellen fällt.

Mehr als 20 türkische Panzer sind inzwischen in Syrien
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Nach türkischen Angaben sind inzwischen mehr als 20 türkische Panzer in den Norden Syriens vorgerückt. Ein hochrangiger Vertreter der Regierung in Ankara sagte, zusätzliche Militärfahrzeuge würden entsandt, falls das nötig sei.

Eroberung der Grenzstadt Dscharablus
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Bis zum Mittwochabend konnten von der Türkei unterstützte syrische Rebellen die grenznahe Stadt Dscharablus von den Islamisten zurückerobern, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Bisher größte Offensive der Türkei
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Mit Unterstützung von US-Kampfflugzeugen hatte die Türkei am Mittwoch ihre bislang größte Offensive gegen die IS-Miliz auf syrischem Territorium gestartet. Die türkischen Streitkräfte setzten bei der Operation „Schutzschild Euphrat“ in der Umgebung von Dscharablus Kampfjets, Panzer und Artillerie ein.

1500 Kämpfer der Freien Syrischen Armee beteiligt
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An dem Militäreinsatz waren laut der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu rund 1500 Kämpfer der Freien Syrischen Armee beteiligt. Sie eroberten demnach auch das Dorf Keklidscha, fünf Kilometer von Dscharablus entfernt und drei Kilometer hinter der Grenze gelegen.

Kampf gegen den ISA und Kurden
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Der Einsatz richtet sich nach Angaben der türkischen Regierung sowohl gegen den IS als auch gegen die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD).

Ankara fürchtet kurdisches Autonomiegebiet
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Ankara will die Ausweitung der kurdischen Einflussgebiete in Syrien und somit die Entstehung eines eigenständigen, kurdischen Autonomiegebietes verhindern.

„Unsere Abmachung mit den USA lautet, dass sich die Kurden aus Manbidsch und der Region auf die Ostseite des Euphrats zurückziehen müssen“, sagte Yildirim. „Das ist die Zusage, die Garantie, die uns die USA gegeben haben.“ Das westlich des Euphrats gelegene Manbidsch war erst kürzlich von einem Bündnis unter Führung syrischer Kurdenmilizen vom IS zurückerobert worden.

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jürgen Hardt, begrüßte den Einsatz der Türkei gegen den IS. Zugleich warnt er die Regierung in Ankara: „Wir erwarten aber auch, dass die Türkei den Angriff nicht als Vorwand nutzt, in Syrien zugleich die Kurden zu bekämpfen, die ebenfalls Teil der Koalition gegen den IS sind.“

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen kritisierte im Deutschlandfunk: „Die Kurden hinten runterfallen zu lassen, ist inakzeptabel.“ Im benachbarten Irak unterstützt die Bundesregierung seit 2014 die kurdischen Peschmerga-Kämpfer mit Waffen und Material gegen die IS-Miliz.

Türkische Großoffensive mit US-Unterstützung
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