Kampf gegen die Taliban
Karsai droht mit Einmarsch in Pakistan

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat Pakistan offen gedroht. Im Kampf gegen die Taliban will er notfalls auch Truppen ins Nachbarland entsenden.

HB KABUL. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat damit gedroht, im Kampf gegen die Taliban Truppen ins benachbarte Pakistan zu entsenden. Sollten die Rebellen weiter Angriffe aus Pakistan heraus in Afghanistan verüben, habe sein Land ein Recht auf Selbstverteidigung, sagte Karsai am Sonntag vor Journalisten.

Trotz einer wachsenden Zahl ausländischer Truppen im Kampf gegen die Taliban hat die Gewalt in Afghanistan wieder zugenommen. Dies äußerte sich zuletzt in dem Überfall auf das Gefängnis im südafghanischen Kandahar. Auf der Suche nach Hunderten dabei entflohener Häftlinge wurden 15 Aufständische getötet, wie das US-Militär am Sonntag mitteilte.

Karsai reagierte auf jüngste Kampfansagen von Taliban aus Pakistan. So drohte der selbst ernannte Chef der dortigen Taliban, Baitullah Mehsud, seine Kämpfer würden in Afghanistan einheimische und ausländische Soldaten töten. Karsai sagte, solche Angriffe gäben Afghanistan das Recht, genauso in Pakistan vorzugehen. „Deshalb sollte Baitullah Mehsud wissen, dass wir jetzt hinter ihm her sind und ihn in seinem Haus erwischen werden.“ Nach Ansicht Afghanistans werden die Taliban, die sich nach dem Sturz ihrer Regierung in Kabul 2001 nach Pakistan geflüchtet haben, im Nachbarland unterstützt und ausgebildet.

Bei der Suche nach den gewaltsam befreiten Gefängnisinsassen wurden zudem fünf Rebellen festgenommen, wie die US-Armee weiter mitteilte. Unklar blieb zunächst, ob es sich bei den Opfern und Festgenommenen tatsächlich um einige der Häftlinge handelte, die am Freitag aus dem Gefängnis der Taliban-Hochburg Kandahar befreit worden waren. Die Angreifer hatten das Gebäude im Schutz der Dunkelheit eingenommen. Unter den 1 000 befreiten Häftlingen befanden sich der Regierung zufolge etwa 400 Taliban.

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