Kampf gegen Ebola
USA wollen militärische Mittel einsetzen

Um Helfern das Helfen zu ermöglichen, will US-Präsident Obama militärische Hilfe gegen das Ebola-Virus in Westafrika einsetzen. Helfer warnen vor der Ausgangssperre in Sierra Leone: Solche Maßnahmen könnten Unruhen auslösen.
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Washington/Addis Abeba/GenfIm Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika sind nach Auffassung der USA auch militärische Mittel erforderlich. Nach den Worten von Barack Obama sind Ausstattung und Personal notwendig, um „beispielsweise Isolierstationen und Geräte für Helfer einrichten zu können“, die aus aller Welt in das Krisengebiet reisen. Das sagte der US-Präsident in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC.

Wenn die USA und andere Länder nicht rasch mehr Hilfen leisteten, könnte der gefährliche Erreger möglicherweise mutieren und leichter übertragbar werden. Ein Übergreifen auf die Vereinigten Staaten sei auf kürzere Sicht aber unwahrscheinlich, sagte Obama.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind allein in den drei am schwersten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone bereits mehr als 2000 Menschen an Ebola gestorben, davon allein 1089 in Liberia. Betroffen ist seit Wochen auch Nigeria, im Senegal gab es bislang den Statistiken zufolge nur einen Fall.

In Liberia weitet sich die Ebola-Epidemie laut WHO außergewöhnlich stark aus. „Tausende neue Fälle werden in den nächsten drei Wochen erwartet“, warnte die WHO am Montagabend in einem Bericht zur Lage in dem Land. „Sobald eine neue Einrichtung zur Ebola-Behandlung eröffnet wurde, ist sie überfüllt mit Patienten“, heißt es darin. Das zeige, dass die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus in Liberia stark unterschätzt wurde.

Das britische Militär will gemeinsam mit Fachleuten ein Ebola-Behandlungszentrum mit 62 Betten in Sierra Leone einrichten. Noch in dieser Woche sollten Experten an den künftigen Standort nahe der Hauptstadt Freetown reisen, teilte die Regierung in London mit. Das Zentrum soll mit 50 Betten für Ebola-Patienten und 12 Betten für die spezielle Behandlung von Ärzten, Pflegern und freiwilligen Helfern ausgestattet werden.

Bei einer geplanten Ausgangssperre in Sierra Leone vom 19. bis 21. September sollen Teams der Behörden von Tür zu Tür gehen, um Ebola-Kranke zu finden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte dies scharf: Es mangele an erfahrenen Helfern für ein solches Screening, aber auch an Ebola-Zentren im Land, in denen aufgespürte Verdachtsfälle untersucht werden könnten.

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  • "Das zeige, dass die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus in Liberia stark unterschätzt wurde."
    Ist die Infektionsmöglichkeit doch anders, als allgemein beschwichtigt wurde? Es hieß doch immer, daß eine Ansteckung mit Grippe höhe wär, als mit Ebola, daß sich Ebola nur über Körperflüssigkeiten verbreiten würde. Kann denn nicht ein einziges Mal die Wahrheit gesagt werden?

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