Kampf gegen IS-Extremisten
Kurden rekrutieren Tausende Kämpfer

Die USA fliegen erneut Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien, die Kurden heben neue Truppen aus. Währenddessen erreichen Geschosse türkisches Territorium. Präsident Erdogan sieht nur noch eine Lösung.
  • 0

Beirut/ AkrotiriDie Kurden haben im Kampf um die nordsyrische Stadt Ain al-Arab nach Angaben von Menschenrechtlern rund 1800 Kämpfer mobilisiert. Allein seit letztem Mittwoch seien 1500 neue Peschmerga in der kurdischen Enklave an der syrisch-türkischen Grenze eingetroffen, meldete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag.

Ain al-Arab, das im Kurdischen Kobane genannt wird, war vor über einer Woche von IS-Kämpfern umzingelt worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als 60 Dörfer im Umland eingenommen. Tausende Menschen waren nach Norden in die Türkei geflohen. Nach Angaben von Augenzeugen stehen die IS-Kämpfer mittlerweile bis zu zehn Kilometern vor Ain al-Arab.

Am Samstag hatten die Dschihadisten erstmals den Stadtkern mit Mörsergranaten beschossen. Dabei seien ein Mensch ums Leben gekommen und mehrere verletzt worden, berichtete die Beobachtungsstelle. Gleichzeitig griffen Flugzeuge des US-geführten Anti-IS-Bündnisses erstmals Stellungen der Dschihadisten in Dörfern nahe Ain al-Arab an; das bestätigte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida).

Derweil hat die von den USA geführte Allianz am Samstag erneut Luftangriffe auf Stellungen der extremistischen IS-Miliz in Syrien geflogen. Im Nachbarland Irak, in dem der Islamische Staat (IS) ebenfalls große Gebiete unter seine Kontrolle gebracht hat, waren britische Kampfjets im Einsatz. Sie seien zum Angriff bereit, sollten geeignete Ziele identifiziert werden, teilte das britische Verteidigungsministerium mit.

Erst am Freitag hatte das Parlament in London mit großer Mehrheit für Luftschläge gegen IS-Kämpfer im Irak gestimmt. Unterstützung sicherte auch die Türkei zu, die eine 900 Kilometer lange Grenze mit Syrien teilt. Das türkische Militär könne sich am Aufbau einer Sicherheitszone zum Nachbarland beteiligen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan.

In der ostsyrischen Provinz Rakka seien mehr als 30 Explosionen zu hören gewesen, berichtete die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es habe Opfer gegeben. Die gleichnamige Stadt Rakka dient den Extremisten als Hauptstadt ihres ausgerufenen Kalifats, das sich über die Grenze hinweg in weiten Teilen Syriens und des Iraks erstreckt.

Seite 1:

Kurden rekrutieren Tausende Kämpfer

Seite 2:

Erdogan: Keine Lösung ohne Bodentruppen

Kommentare zu " Kampf gegen IS-Extremisten: Kurden rekrutieren Tausende Kämpfer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%