Kampf gegen IS-Extremisten
USA beginnen mit Waffenlieferung an Kurden

Die USA haben Waffenlieferungen an die Kurden im Irak begonnen. Sie sollen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gestärkt werden. In der EU will am Dienstag über die Lage im Irak beraten.
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Bagdad/Washington/BerlinWashington stärkt die Kurden im Nordirak mit Waffenlieferungen für den Kampf gegen den Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Lieferungen seien bereits vergangene Woche begonnen worden, sagte die Sprecherin im US-Außenamt, Marie Harf, dem US-Sender CNN am Montag.

Die USA schicken zudem Katastrophenhelfer, um Zehntausende Flüchtlinge mit Wasser, Lebensmitteln und Unterkünften zu versorgen. Die Terrormiliz IS hatte vor zwei Monaten einen blutigen Vormarsch begonnen, der eine Massenflucht auslöste. Unterdessen eskalierte in Bagdad der Machtkampf um das Amt des Regierungschefs.

Nach Angaben der UN waren allein in der vergangenen Woche rund 200 000 Menschen vor der Terrorgruppe geflohen. Die meisten von ihnen sind Jesiden und Christen. In den von ihnen kontrollierten Gebieten verfolgen und töten IS-Extremisten Gegner und Andersgläubige mit rücksichtsloser Gewalt. Kurdische Kämpfer haben sich der Terrormiliz in den Weg gestellt.

Berlin will sich auch weiterhin auf humanitäre Hilfe beschränken. Waffenlieferungen - etwa an die Kurden im Nordirak - stünden derzeit nicht zur Debatte, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Frankreich setzt sich auf EU-Ebene für Waffenlieferungen an die nordirakischen Kurden ein. Über das Thema sollte am Dienstag bei einem Sondertreffen der EU-Botschafter in Brüssel gesprochen werden. London schloss eine militärische Beteiligung an US-Luftschlägen zunächst ausgeschlossen.

Der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete, Massud Barsani, hatte die USA und weitere Verbündete zuvor um Waffenlieferungen gebeten. „Es ist entscheidend, dass wir umgehend militärische Unterstützung von der Vereinigten Staaten und anderen Freunden erhalten“, schrieb Barsani in der „Washington Post“ (Montag). „Je länger die Verzögerung dauert, desto schwieriger wird der Kampf.“

Die USA greifen seit vergangenem Freitag militärisch im Irak ein, um die schlecht ausgerüsteten und unzureichend trainierten kurdischen Kämpfer zu unterstützen. Die IS-Extremisten, die weite Teile des Irak eingenommen haben, kämpfen dagegen mit hochwertigen Waffen der USA, die oft von irakischen Sicherheitskräften zurückgelassen wurden. Bei den Luftangriffen des US-Militärs, die fortgesetzt wurden, geht es auch darum, die eigenen Waffen in den Händen von Extremisten zu zerstören.

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  • Waffen für Kurden? Hat man die Taten der Kurden an den Armeniern vergessen????

  • Herr Fischer,
    danke für den Hinweis!

    Nur das ist momentan unwichtig, wichtig ist heute und jetzt die Situation, dass dort marodierende Banden mit hochmodernen Waffen die Menschen tyrannisieren und köpfen wenn sie nicht ihrem Glauben angehören!

    Was damals die USA im Irak gemacht hat steht heute auf einem anderen Blatt!

    Das ist noch lange kein Grund sich aus der Verantwortung zu stehlen, so wie sich das die Politiker hier erlauben!

    Um ehrlich zu sein möchte ich nicht wissen, wie viele deutsche Waffen bei der IS im Einsatz sind! Wir wissen ja, dass Deutschland an Saudi Arabien tüchtig in den letzten Jahren geliefert hat!!


  • Hilfsgüter werden organisiert und z.T. über eine Luftbrücke auf die Gebiete verteilt wo sich Menschen auf der Flucht befinden!

    Das macht nicht der Privatmann sondern der Staat!!!!
    Wo bitte soll das Problem des Transportes sein?

    Deutschland gibt viel Geld für unsinniges aus, also können wir auch Hilfsgüter in Krisenländer befördern!

    Das ist das Mindeste was wir erwarten können!

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