Kampf gegen IS
Terroristen setzen angeblich Giftgas ein

Die Kämpfer des IS haben nicht nur chemische Kampfstoffe erbeutet. Sie verfügen auch über die Mittel, um Giftgas herzustellen. Laut einem Bericht sollen die Terroristen nun mehrfach von diesem Gebrauch gemacht haben.

BerlinDie Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat einem Bericht der „Welt“ zufolge offenbar in den vergangenen Wochen in Syrien und im Nordirak mehrfach Giftgas eingesetzt. Ziel seien kurdische Sicherheitskräfte und syrische Zivilisten gewesen, berichtete die „Welt“ am Freitag vorab. Demnach gab es am 11. August im Orn Sultan Abdullah südwestlich von Erbil im Nordirak einen IS-Angriff mit Mörsergranaten auf Stellungen der kurdischen Peschmerga. Rund ein Dutzend Kämpfer habe anschließend an Verätzungen der Haut und Blasenbildung gelitten, was auf einen Einsatz von Chlor- oder Senfgas hindeute.

Die Bundeswehr, die in Erbil die Ausbildung der Peschmerga-Einheiten leitet, verfüge bislang nicht über eigene Erkenntnisse zu dem Angriff, berichtete das Blatt weiter. „Spezialisten der US-Streitkräfte sind vor Ort und prüfen“, teilte ein Bundeswehr-Sprecher demnach mit. Ein Ergebnis liege aber noch nicht vor. Bereits vor dem 11. August sei entschieden worden, Bundeswehr-Experten zur Prüfung der Gefährdungslage in die Region zu entsenden.

In Lageberichten der Bundeswehr wird nach Informationen der „Welt“ schon seit längerem vor Angriffen des IS mit chemischen Waffen gewarnt. Die Terroristen hätten nicht nur Giftgas erbeutet, sondern verfügten auch über „Produktionsstätten für chemische Waffeneinheiten“, heiße es in den Analysen unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Westliche Geheimdienste gehen nach Informationen der Zeitung bereits seit Monaten davon aus, dass die IS-Extremisten über chemische Kampfstoffe verfügen. Sie sollen zumindest teilweise aus Restbeständen der syrischen Regierung stammen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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