KampF gegen IS
USA schickt 450 Militärausbilder in den Irak

Der Irak braucht weitere gut ausgebildete Soldaten, um den Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat aufnehmen zu können. Deshalb schickt US-Präsident Obama weiter 450 Militärausbilder in das Zweistromland.
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WashingtonAngesichts der jüngsten militärischen Erfolge der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) schicken die USA bis zu 450 zusätzliche Militärausbilder in den Irak. US-Präsident Barack Obama habe der Entsendung am Mittwoch zugestimmt, teilte das Weiße Haus mit. Bislang sind rund 3000 US-Soldaten in vier Ausbildungslagern im Irak im Einsatz.

Pentagon-Sprecher Steven Warren hatte die Aufstockung bereits am Dienstag angedeutet. Die US-Armee wolle insbesondere mehr Sunniten für den Kampf gegen die Dschihadisten gewinnen und ausbilden, sagte Warren. Der IS kontrolliert weite Gebiete des Irak und konnte auch durch Luftangriffe der US-geführten Koalition bislang nicht gestoppt werden.

Mitte Mai eroberten die Dschihadisten Ramadi, die Hauptstadt der Provinz Anbar. Dies nährte Befürchtungen, dass die IS-Kämpfer bald eine weitere Offensive starten könnten. Auch in Syrien verbuchte der IS Geländegewinne.

Die USA und ihre Bündnispartner haben bislang knapp 9000 irakische Kämpfer ausgebildet, 2600 weitere befinden sich in der Ausbildung. Die Aufsicht über die Ausbildung sunnitischer Kämpfer im Irak hat bislang die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad. Die USA sind mit den Ergebnissen allerdings unzufrieden und wollen die Sache nun stärker selbst in die Hand nehmen. Auch die Einrichtung weiterer Ausbildungslager ist wahrscheinlich.

Das Weiße Haus plant den Angaben zufolge außerdem, die Waffenlieferungen an kurdische Peschmerga-Verbände und sunnitische Stammeskämpfer auszuweiten. Die Verteilung der militärischen Ausrüstung lief bislang über die irakische Regierung und soll auch weiter mit Bagdad koordiniert werden.

2006 hatten die USA mit dem Einsatz sunnitischer Kämpfer gegen das islamische Terrornetzwerk Al-Kaida im Irak gute Erfahrungen gemacht. Unter den Sunniten herrscht allerdings anhaltendes Misstrauen gegenüber der Regierung in Bagdad.

Viele US-Republikaner werfen Obama eine lasche Haltung im Kampf gegen den IS vor und fordern ein aggressiveres Vorgehen, etwa mit einer Ausweitung der Luftangriffe sowie mit eigenen Spähern vor Ort, die Ziele markieren sollen.

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, nannte die Aufstockung der Militärausbilder einen "Schritt in die richtige Richtung". Obama fehle aber weiter eine "übergreifende Strategie" für den Kampf gegen die Dschihadisten.

Der US-Präsident hatte am Montag beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau den irakischen Regierungschef Haider al-Abadi getroffen und erklärt: "Wir wollen mehr ausgebildete, frische, gut ausgerüstete und konzentrierte irakische Truppen haben."

Alle Mitglieder der US-geführten Koalition gegen den IS seien "bereit, mehr zu tun, um irakische Sicherheitskräfte auszubilden, wenn sie das Gefühl haben, dass zusätzliche Anstrengungen genutzt werden". Es gebe im Irak aber immer wieder "Orte, an denen wir mehr Ausbildungskapazitäten als Rekruten haben".

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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