Kampf gegen Randalierer Britischer Premier will Twitter blocken lassen

Premierminister Cameron greift zu drastischen Maßnahmen. Im Unterhaus erläutert er, wie er für Frieden sorgen will. Bei Krawallen sollen Soldaten zum Einsatz kommen. Soziale Netzwerke will der Premier blocken lassen.
10 Kommentare

Cameron demonstriert Härte

LondonDer britische Premierminister David Cameron will ohne jede Toleranz gegen Gewalttäter vorgehen. „Wir werden das in unserem Land nicht dulden“, sagte Cameron am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Parlaments in London. „Wir werden nicht zulassen, dass eine Kultur der Angst auf unseren Straßen herrscht und wir werden alles tun, was nötig ist, um Recht und Ordnung wiederherzustellen und unsere Stadtviertel aufzubauen.“

Für nötig hält Cameron offenbar auch, soziale Netzwerke zu blocken, um die Kommunikation der Randalierer untereinander zu stören. In seiner Rede deutete der Premier an, die Regierung plane soziale Netzwerke wie Twitter zu blocken, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Eine Idee, die an die Vorgehensweise arabischer Despoten im Kampf gegen die Demokratiebewegung erinnert.

Konkrete Details nannte Cameron nicht, er sagte jedoch, dass die Randale in erster Linie über soziale Medien organisiert worden sei. Cameron wörtlich: "Freie Informationen können für das Gute, aber auch für das Böse verwendet werden." Die Regierung würde mit den Sicherheitsbehörden und der Industrie prüfen, ob es möglich sei, "die Kommunikationen dieser Leute zu unterbinden, wenn wir wissen, dass sie über Internetdienste Gewalt und Kriminalität planen".

Damit nicht genug. Cameron will bei künftigen Krawallen notfalls auch die Armee einsetzen, um der Polizei den Rücken freizuhalten. Die Regierung werde einen Militäreinsatz im Landesinneren prüfen, damit die Polizei ihre Kräfte künftig verstärkt „an der Front“ einsetzen könne, sagte Cameron im Unterhaus. Die Regierung wolle es der Polizei zudem erleichtern, Vermummte zum Ablegen ihrer Maskierung zu zwingen. Für die Besitzer von beschädigten Geschäften und Wohnungen versprach Cameron eine rasche und unkomplizierte Entschädigung, auch wenn die Betroffenen keine Versicherung abgeschlossen hätten.

„Ihr werdet dafür zahlen, was ihr angerichtet habt“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Kampf gegen Randalierer - Britischer Premier will Twitter blocken lassen

10 Kommentare zu "Kampf gegen Randalierer : Britischer Premier will Twitter blocken lassen "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hotmail London Riots. (The BBC will never replay this. Send it out)

    Go to YouTube
    show vídeo
    Darcus Howe, a West Indian Writer and Broadcaster with a voice about the riots. Speaking about the mistreatment of youths by police leading to an up-roar and the ignorance of both police and the…
    00:04:24
    09/08/2011
    2.451.361 clicks

  • Genau das machen unsere Eliten ja seit Jahren vor:

    Sie bereichern sich aus Gier und Spaß am Vermögen der Gemeinheit - oder stehlen es eben. Sei es der Hypo-Bonibänkster, der sich nach Bankpleite auch noch eine Abfindung einklagt, oder der Ex-Postchef, welcher als Angestellter eines Staatsunternehmens kalt lächelnd diesem Staat jahrzehntelang durch Schwarzgeldtransfer ins Ausland Steuern hinterzieht.

    Zwar brennen sie keine Häuser ab, dafür klauben sie auch viel größere Werte zusammen. Wenn das aber unsere Eliten sind, die Vorbilder einer ganzen Gesellschaft - was sollte dann irgendwelche Jugendliche daran hindern, ihnen gleich zu tun? Moral? Rechtsbewusstsein? Soziale Integrität? Woher soll die kommen? Denn:

    So wie man in den Wald ruft, so schallt es eines Tages heraus.

  • Man muß sich folgendes vorstellen: Erst lass ich die Twin Towers zusammenkrachen, um den Krieg gegen den Terrorismus auszurufen und die Rüstungsindustrie zu fördern. Erst behaupte ich, es gäbe Wapons of Mass Destruction, um den Irak zu überfallen! Erst mache ich eine beschissene Immigrationspolitik, um dann die Blase platzen zu lassen und Twitter zu verbieten! Es geht nicht darum Verschwörungstheorien aufzuwärmen, aber, wenn man nicht bemerkt, daß ein Demokratischer Staat zum Big Brother wird, OHNE, daß unabhängige und unvoreingenomme, z.B., Bürgerkomittees diese Maßnahmen transparent kontrollieren könnten, natürlich in rotativer Weise, selektiert und bezahlt! von der demokratischen Gemeinde, wie z.B Geschworene im Gericht, dann verzichtet man auf die Erkenntnis der schleichenden Demokratur und der Überwachungsstaatlichkeit. Wie lange wollt ihr Euch das bieten lassen!? Es geht um die Freiheit, viel mehr als um die Vertuschung falscher inkompetenter Politik. Wenn wir die Direkte Demokratie, gerade über das Internet, die Cyberdemokratie, nicht umsetzen, haben wir nicht nur eine Schlacht, sondern auch den Krieg verloren!

  • Falls das auch an mich gerichtet war: Ich nutze weder Twitter noch Facebook. Dennoch halte ich die Blockierung irgendeiner Kommunikationsform für ein Zeichen eines gescheiterten Staates. Die Plünderer bei ausreichend vorliegenden Beweisen schnell zu verurteilen halte ich dagegen für eine gute Strategie, Polizeipräsenz mit vielen Beamten auch.

  • Nur um das klarzustellen, ich halte Twitter auch für Schwachsinn und die Plünderer gehören vor Gericht. Aber dafür haben die Briten jetzt schon die höchste Überwachungskamera-Dichte Europas. Sollen sie doch die Bilder auswerten, meinetwegen auch die Mobilfunk-Ortsdaten dazunehmen, die eh schon für die Terrorabwehr gespeichert werden. Dafür gibts Gesetze und entspechende Mittel.
    Wenn jetzt so eine rachsüchtige Rhetorik rausgekramt und mit der Abschaltung der sozialen Netze gedroht wird, dann klingt das für mich sehr nach Putins Äußerungen über die Tschetschenen oder nach Assads oder Gaddafis oder wie sie alle heissen. Demokratie darf einfach ein paar rote Linien nicht überschreiten, sonst bleibt von der Demokratie nicht mehr viel übrig.

    Und nochmal: Verbrecher gehören in den Knast, Soldaten in die Kaserne oder an die Grenze und Grundrechte geschützt.

  • -Hier geht gerade Demokratie den Bach runter!-

    Welche Demokratie ?

    Die haben wir vielleicht wieder, wenn wir die ganzen kleinen Diktatoren und Polit-Mafiosis endlich zum Teufel gejagt haben.

  • Es ist ueberhaupt nicht richtig, dass Cameron den Einsatz von Soldaten bei Krawallen befuerwotet hat. Ganz im Gegenteil. Er hat heute im britischen Parlament deutlich gesagt, dass er die Armee nicht gegen Randalierer einsetzen wuerde.

  • Was bitte hat das mit freier Meinungsäußerung zu tun, wenn Kriminelle Krawalle nutzen, um Geschäfte auszurauben und zu zerstören. Hört endlich auf mit dieser "Kuscheleinstellung". Wenn mein Kind Dinge mutwillig zerstört oder gar klaut, wird es dafür geschimpf...und nicht gelobt, dass es seine Meinung kundgetan hat.

    Wer bitte braucht Twitter? Was ist der wirtschaftlich und menschliche Mehrwert von Twitter? Wozu bitte sollen die Millionen Freunde auf Facebook nützlich sein. Kleiner Tipp...lest mal wieder ein Buch, oder ruft einen Freund an.

  • "Freie Informationen können für das Gute, aber auch für das Böse verwendet werden."
    Politiker-Intelligenz reicht leider nur zur Unterscheidung von schwarz und weiß, weitere Diferrenzierungen unmöglich.

    „Ihr werdet dafür zahlen, was ihr angerichtet habt.“
    Bei diesen Leuten ist ausser ein paar geklauten Handies nichts zu holen, womit sollen die bezahlen?

    Twitter sperren ist gut, besser gleich das böse Internet abschalten und die Handynetze nicht vergessen. Wenn man dann die Armee gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, können die sich nicht so gut wehren.

  • Natürlich sind die Randalierer Gewalttäter, die auch dafür bestraft werden müssen und sicherlich gibt es für die Verlierer der Gesellschaft es bessere oder 'zivilisiertere' Wege, ihren Unmut auszudrücken. Aber wenn die Regierung hier die Quittung für eine fehlgeschlagene Sozial- und Integrationspolitik bekommt, dann kann die Antwort nicht im Beschneiden des Rechtes auf freie Meinungsäußerung (via Social Media) oder in innerstädtischen Militäreinsätzen liegen. Hier geht gerade Demokratie den Bach runter!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%