Kampf gegen Rebellen
Bush warnt Türkei vor Offensive im Nordirak

US-Präsident George W. Bush hat die Regierung in Ankara vor der Entsendung von Truppen in den Norden des Iraks gewarnt. Es liege nicht im Interesse der Türkei, über bestehende türkische Truppen hinaus Einheiten im Kampf gegen Rebellen in den Irak zu schicken, erklärte Bush gestern in Washington.

HB ANKARA/WASHINGTON. Zuvor hatte das Parlament in Ankara trotz internationaler Warnungen die Voraussetzungen für einen Militärschlag im Nordirak geschaffen. Mit großer Mehrheit erteilten die Abgeordneten der Regierung das Mandat, eine Offensive gegen kurdische Rebellen im Nordirak binnen Jahresfrist zu starten. „Wir dürfen keine Zeit verlieren“, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Auch die Nato rief ihr Bündnismitglied Türkei auf, von einem Angriff im Nordirak abzusehen.

Im Vorfeld der Entscheidung in Ankara war der Ölpreis gestern Nachmittag auf ein Allzeithoch von 88,75 Dollar je Barrel Öl gestiegen. Händler begründen dies vor allem mit der Angst vor einer Eskalation des Konflikts im Nordirak.

Die irakische Regierung hatte unmittelbar vor der Parlamentsentscheidung von Ankara die Zusicherung bekommen, dass eine Invasion vorerst nicht bevorstehe. Man werde „entschlossen gegen terroristische Aktivitäten“ kurdischer Rebellen vorgehen, sagte Iraks Ministerpräsident Nuri el Maliki. Nach Darstellung Ankaras agieren Kämpfer der als terroristische Gruppe eingestuften kurdischen PKK vom Irak aus und ziehen sich nach jedem Gefecht dorthin zurück. Die Türkei hat den Irak und auch die dort stationierten US-Streitkräfte wiederholt aufgefordert, die Aktionen der PKK im Grenzgebiet zu stoppen.

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