Kampf gegen Rebellen: USA erwägen offenbar Hilfe für Mali

Kampf gegen Rebellen
USA erwägen offenbar Hilfe für Mali

Ausnahmezustand in Mali: Regierungstruppen kämpfen mit Unterstützung französischer Soldaten gegen die islamistischen Rebellen im Norden des Landes. Auch die USA könnten bald in der Region aktiv werden.
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Paris/BamakoAngesichts der Lage in Mali hat der französische Präsident François Hollande für Samstagnachmittag den nationalen Verteidigungsrat einberufen. Hollande werde nicht wie geplant nach Marseille reisen, um am Auftakt zum Jahr als Europas Kulturhauptstadt 2013 teilzunehmen, teilte der Elysée-Palast mit. Thema im Rat dürfte auch die gescheiterte Befreiung einer französischen Geisel am Samstag in Somalia sein.

Frankreich unterstützt Mali aktiv mit Soldaten im Kampf gegen die vorrückenden islamistischen Rebellen. Der französische Staatspräsident François Hollande gab am Freitagabend in Paris bekannt, dass die ersten Truppen schon am Nachmittag in dem westafrikanischen Krisenland eintrafen. Die Operation werde so lang dauern wie notwendig, sagte Hollande. Der Einsatz sei am Morgen mit dem malischen Interimspräsidenten Dioncounda Traoré vereinbart worden. Traoré hatte zuvor in einem Brief an Hollande und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon um Hilfe gebeten.

Einem US-Regierungsvertreter zufolge erwägen inzwischen wohl auch die USA ein Eingreifen in dem westafrikanischen Land. Washington könnte logistische Hilfe liefern und Geheimdienstinformationen bereitstellen, hieß es. Zu den Optionen für ein US-Eingreifen in die Kämpfe in Mali zähle der Einsatz von Aufklärungsdrohnen; erwogen werde zudem, die französischen Truppen mit Geheimdienstinformationen und logistischem Beistand zu unterstützen, sagte der US-Regierungsvertreter. Zuvor hatte das Weiße Haus offiziell erklärt, die USA teilten das französische Ziel, „Terroristen einen sicheren Rückzugsort in der Region zu verwehren“.

Bei den Kämpfen in Mali kam ein französischer Hubschrauberpilot ums Leben. Das teilte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Samstag mit. Der Minister machte keine Angaben, ob der Helikopter bei dem Gefecht am Freitag abgeschossen worden sei. Das hatte zuvor unter anderem die „New York Times“ unter Berufung auf den US-Kommandeur für Afrika, General Carter F. Ham, berichtet.

Traoré verhängte am Freitagabend den Ausnahmezustand. In seiner Fernsehansprache forderte er von der Bevölkerung Geschlossenheit im Kampf um die Rückeroberung der von islamistischen Rebellen besetzten Landesteile. „Jeder Malier muss jetzt als Soldat der Heimat betrachtet werden und sich selbst als solchen sehen“, sagte Traoré. Zugleich wies der Staatschef Bergbauunternehmen und Nicht-Regierungsorganisationen in Mali an, ihre Lkw und Geländewagen dem Militär zur Verfügung zu stellen.

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  • Es wurde aber auch höchste Zeit, das die Aufständischen in ihre Schranken verwiesen werden!

  • Bin mal gespannt wann die BW in Namibia aktiv wird. Irgendeinen Grund dort die Freiheit Deutschlands zu verteidigen, wird sich doch bestimmt finden. Komm Guido, gib dir mal einen Ruck und lass es richtig krachen!!

  • @kah
    Die islamistischen Terroristen in Syrien und zuvor in Lybien werden unterstützt, weil sie als Strohmänner einen Stellvertreter-Krieg führen gegen dem Westen unliebsame Regierungen (Assad, vorher Gaddafi).

    Propaganda-Begriffe wie "Rebell" oder "Terrorist" sind hierbei völlig austauschbar, man dreht es sich hin wie man es braucht.

    Um "Menschenrechte" oder den "Schutz der Zivilbevölkerung" geht es nie (oder nur im Nebeneffekt). "They are fighting for money", wie man es in Afrika so oft gesagt wird. Nach der "Befreiung" von "Regimen" geht das Leid für die Zivilbevölkerung vielfach erst richtig los, ob im Irak, dem Afghanistan der 90er Jahre (Zustände nach Abzug der Sowjets und "Befreiung" durch die Taliban), in Libyen oder jetzt der Islamisten-Terror in Syrien.

    Es ist völlig egal, ob in Saudi-Arabien oder anderen Golf-Staaten despotisch-islamistische Cliquen unter Scharia-Recht herrschen und Menschenrechte mit Füßen treten, solange sie ihr Öl in US-Dollar verkaufen.

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