Kampf gegen schwindende Popularität
Brown erzwingt Energie-Sozialtarife

Großbritanniens Premier Gordon Brown setzt den Kampf gegen seinen anhaltenden Popularitätsschwund fort. Mit einem Energiehilfepaket für private Haushalte im Umfang von jährlich mehr 300 Mio. Pfund will er die Gunst von Bevölkerung und Partei zurückgewinnen. Zahlen soll allerdings nicht die Regierung, sondern die Industrie.

LONDON. Nach den Plänen von Großbritanniens Premier Gordon Brown müssen Energieunternehmen in den nächsten drei Jahren insgesamt 910 Mio. Pfund zusätzlich in einen Fonds für Energiesparmaßnahmen bezahlen. Bis zu zehn Millionen Haushalte sollen daraus Zuschüsse oder die Gesamtkosten für Wärmedämmung oder effizientere Heizsysteme erhalten. Außerdem müssen Energieunternehmer neue Sozialtarife für Niedrigverdiener einführen.

"Wir wollen einen fundamentalen Wandel in der Art, wie wir Energie verbrauchen", sagte Brown und versprach statt schneller Geldhilfe Kostensenkungen "Jahr für Jahr". Labour-Hinterbänkler hatten eine Sondersteuer auf die Gewinne der Energieunternehmen und Soforthilfen für von hohen Energiepreisen gebeutelte Niedrigverdiener gefordert.

Brown und Industrieminister John Hutton warnten die Versorgungsunternehmen davor, die Zahlungen über die Preise an die Konsumenten weiterzugeben. Dafür gebe es "keinen Grund". Hutton drohte den Konzernen mit der laufenden Untersuchung der Regulierungsbehörde Ofgem, die prüft, ob Preisschübe auf dem Strom- und Gasmarkt auf wettbewerbsfeindliches Verhalten zurückzuführen sind. "Wenn wir Hinweise auf Fehlverhalten finden, werden wir energisch vorgehen", mahnte er. Die sechs britischen Energieversorger haben in zwei Preisrunden in diesem Jahr die Gaspreise um 38 bis 56 und die Strompreise um 24 bis 36 Prozent erhöht. Gleichzeitig haben sie nach einer Studie der Kommunalbehörden ihre Dividenden 2007 um 16 Prozent auf 1,64 Mrd. Pfund gesteigert.

Zehn Prozent der britischen Haushalte geben bereits mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Strom und Heizung aus - die Definition für "Energiearmut". "Diese Rentner wollen langfristige Hilfe, aber vor allem brauchen sie Krisenhilfe in diesem Winter", forderte Mervyn Kohler vom Altenhilfsverband "Help the Aged".

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