Kampf gegen Terrorismus
Karsai will pakistanische Gefangnene freilassen

Bei einem Besuch in Islamabad hat der afghanische Präsident Hamid Karsai die Freilassung aller pakistanischen Gefangenen in seinem Land zugesagt.

HB ISLAMABAD. Sie sollen bereits in den nächsten Tagen an Pakistan übergeben werden, hieß es in einer Mitteilung des pakistanischen Außenministeriums am Dienstag. Nach Ministeriumsangaben handelt es sich um rund 400 Pakistaner, die sich seinerzeit dem Kampf der Taliban gegen die USA anschließen wollten. Pakistan will im Gegenzug knapp 250 Afghanen aus der Haft entlassen.

Karsai rief bei seinem Besuch „gemäßigte Taliban“ zur Teilnahme am Demokratisierungsprozess in Afghanistan auf. Sie seien eingeladen, an den Wahlen und der nationalen Entwicklung teilzunehmen, sagte er dem Khyber-Fernsehkanal. Den Ende 2001 gestürzten Taliban warf er vor, Afghanistan an ausländische Extremisten verkauft zu haben. „Sie haben nie für das Wohlergehen Afghanistans oder seines Volkes gearbeitet, sondern unser Mutterland an Außenseiter ausverkauft“, sagte er mit Blick auf die von den Taliban beherbergten El-Kaida-Terroristen wie Osama bin Laden.

Bei einem Treffen am Montag hatten Karsai und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf eine stärkere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart. Karsai dankte Musharraf für die Unterstützung seit dem Sturz der Taliban. Pakistan hatte die Taliban bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 unterstützt, sich dann aber im Krieg gegen den Terrorismus an die Seite der USA gestellt. Eine am Dienstag in Islamabad geplante Rede musste Karsai nach pakistanischen Angaben aus Sicherheitsgründen absagen.

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