Kampf um Aden: Uniformierte gehen im Hafen an Land

Kampf um Aden
Uniformierte gehen im Hafen an Land

In der jemenitischen Hafenstadt hat ein chinesisches Kriegsschiff für Verwirrung gesorgt: Die Uniformierten sollten Hilfsgüter bringen oder Zivilisten abholen. Al-Quaida schlug im Südosten zu.
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Aden/Al-MukallaDie im Jemen vorrückenden schiitischen Huthi-Rebellen haben am Donnerstag das Zentrum der Hafenstadt Aden unter ihre Kontrolle gebracht. Wenige Stunden später wurden im Hafen mehrere Dutzend bewaffnete Uniformierte unbekannter Nationalität von einem Schiff an Land gebracht. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz, die mit Luftangriffen den Vormarsch der Huthi-Rebellen zu stoppen versucht, kontrolliert nach eigener Darstellung die Gewässer rund um Aden. Ein Sprecher der Rumpfregierung des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi dementierte jedoch, dass Bodentruppen eingetroffen seien.

Ein hochrangiger Hafen-Mitarbeiter sagte, dass es sich um bewaffnete Sicherheitskräfte gehandelt habe, die von einem chinesischen Schiff kamen. Dieses sollte entweder Hilfsgüter bringen oder Zivilisten abholen. Der saudi-arabische Botschafter in den USA erklärte, das Königreich habe keine Bodentruppen nach Aden geschickt. Das Land halte einen solchen Schritt aber für möglich.

Aden gilt als letzte Bastion der Anhänger von Präsident Hadi. Im Stadtzentrum gab es nach Darstellung von Anwohnern schwere Gefechte zwischen Getreuen des Präsidenten und Huthi-Rebellen.

Unterstützt von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen seien Hunderte Rebellen und mit ihnen verbündete Kämpfer in den Stadtteil Crater vorgerückt, berichteten Einwohner. Am Mittag hätten sie den Bezirk, in dem die Zweigstelle der Zentralbank und Gewerbeunternehmen angesiedelt sind, unter ihre Kontrolle gebracht. In den nach schweren Kämpfen am Morgen verwaisten Straßen seien Panzer und Fußstreifen unterwegs.

Die Huthi-Miliz ist mit Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh verbündet, der auch Teile der Armee auf seiner Seite hat. Seit einer Woche fliegt eine vom sunnitischen Saudi-Arabien geführte Militärallianz Luftangriffe gegen die Rebellen, um deren Vormarsch zu stoppen. Saudi-Arabien will damit eine Ausweitung des Einflussbereichs seines Erzrivalen Iran verhindern. Das schiitische Land gilt als Unterstützer der Huthi-Rebellen.

In der saudi-arabischen Grenzregion Asir wurde ein Grenzschützer nach Angaben des Innenministeriums getötet, als sein Grenzposten aus einer Bergregion im Jemen unter Beschuss geriet. Zehn weitere seien verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA weiter. Der Grenzschützer ist – soweit bekannt – der erste Tote aufseiten Saudi-Arabiens seit Beginn der Luftangriffe der Militärallianz auf die Rebellen.

Im Jemen kommt es überall zu Kämpfen. Die meisten großen Städte sind unter Kontrolle der Rebellen, auch die Hauptstadt Sanaa. Im etwa 500 Kilometer von Aden entfernten Mukalla am Arabischen Meer stürmten mutmaßliche Kämpfer des Extremisten-Netzwerks Al-Quaida das Zentralgefängnis und befreiten nach Angaben aus Polizei- und Verwaltungskreisen etwa 150 Insassen. Darunter seien auch Al-Quaida-Angehörige. Einer von ihnen sei Chaled Batarfi, der eine Führungsperson des einflussreichen Al-Quaida-Flügels auf der arabischen Halbinsel sei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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