Kampf um Aleppo
Die Schlacht ist vorbei, der Krieg geht weiter

Die syrische Armee jubelt: Die ehemalige Metropole Aleppo ist nahezu vollständig eingenommen. Das Assad-Regime verbucht einen wichtigen Sieg, ein Ende des Bürgerkriegs bedeutet das aber noch lange nicht. Eine Analyse.
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Tel AvivDie Rebellen sind geflohen, die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad feiern dagegen bis in die tiefe Nacht im Freudentaumel: Die Schlacht um Aleppo tritt in ihre letzte Phase. Das syrische Regime kontrolliere bereits 99 Prozent der ehemaligen Metropole, heißt es in Militärkreisen in Damaskus. Kugeln seien wie Regentropfen vom Himmel gefallen, nachdem Soldaten Freudenschüsse in den Himmel abgaben, berichtete am Dienstag ein Reuters-Reporter aus dem Westteil der Stadt.

Nachdem die von Rebellen gehaltenen Gebiete nach Regierungs- und Oppositionsangaben durch die Offensive von Sonntag und Montag um die Hälfte geschrumpft war, ließen die Bombardierungen auf Stützpunkte der Regime-Gegner durch syrische und russische Streitkräfte nach. Der Artilleriebeschuss und die Luftangriffe auf Rebellenstellungen im Osten der Großstadt hätten spürbar nachgelassen, berichtete der Reuters-Reporter weiter.

Doch bei dem Sturm auf Aleppo wendete das Regime grausamste Methoden an, um sich den Sieg zu sichern: Nach Angaben der Vereinten Nationen seien in den vergangenen Tagen mindestens 82 Zivilisten im Ostteil Aleppos durch Regierungstruppen getötet worden. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete am Montag, allein seit Sonntag seien rund 13.000 Zivilisten in die von der Regierung kontrollierten Gebiete geflohen.

Unterstützt wird das Regime von der russischen Luftwaffe und schiitischen Verbündeten. So sei es der syrischen Armee am Montag unter heftigen Luftangriffen und Artilleriebeschuss gelungen, mehrere Viertel von den Rebellen zurückzuerobern, berichtete die in England ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bezeichnet die humanitäre Lage in Aleppo indes als „katastrophal“: Es gebe kaum noch Medikamente, viele Menschen hielten sich wegen der anhaltenden Kämpfe versteckt und hätten weder Nahrung noch Wasser. Über soziale Medien dringen verzweifelte Hilferufe nach außen. Familien würden zusammenkommen und gemeinsam auf den Tod warten, heißt es zum Beispiel in einer WhatsApp-Botschaft an Journalisten.

Syrische Menschenrechtsorganisationen beschreiben Aleppo als „Schlachthaus“ – Leichen würden auf den Straße liegen. Auch die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Der humanitäre Uno-Berater für Syrien, Jan Egland, macht Syrien und Russland für die Brutalitäten verantwortlich, die Assads Vormarsch unterstützen.

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Was ein Sieg in Aleppo für Assad bedeutet

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    TRAUTMANN

    Danke

  • Die Terroristen wurden von der USA bewaffnet damit sie sich "verteidigen" können. Genauso verteidigen sich die Amerikaner seit Jahrzehnte in Vietnam, Korea, Afghanistan, Irak, Jugoslawien, Lybien, Syrien, Jemen usw.

  • Trump hat jetzt schon mehr für den Weltfrieden getan als der "Kriegsnobelpreisträger" Obama

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