Kampf um Aleppo
Täglich 100 bis 200 Tote in Syrien

Während in Aleppo die Kämpfe mit unverminderter Härte weitergehen, verkündigt Hillary Clinton: „Niemand kann sagen, wann das Regime fallen wird, aber der Tag wird kommen“. Eine friedliche Lösung scheint ferner denn je.
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Aleppo/Damaskus/IstanbulDie Kämpfe in der nordsyrischen Metropole Aleppo weiten sich aus. Syrische Artillerie beschoss am Sonntag die nordöstlichen Stadtteile Hananu und Al-Schaar, wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten. Neue Zusammenstöße wurden aus dem südwestlichen Bezirk Salaheddin gemeldet. Rebellen griffen dort die Regimetruppen an. Die Aufständischen waren vor drei Tagen aus Salaheddin verdrängt worden, das sie bis dahin kontrolliert hatten. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt dauern seit drei Wochen an.

Ein Artillerieangriff der Regimetruppen löste in der südlichen Provinz Daraa eine Flüchtlingswelle aus. Im Granathagel suchten die Bewohner Schutz in der Umgebung, teilten Aktivisten mit. Regierungstruppen griffen außerdem den Ort Al-Schamas in der Provinz Homs an. Milizen des Regimes von Baschar al-Assad sollen nach Aktivistenberichten Zivilisten an Ort und Stelle hingerichtet haben. Von unabhängiger Seite ließ sich das zunächst nicht bestätigen.

Nach Informationen der Syrischen Menschenrechtsbeobachter wurden in ganz Syrien allein am Samstag 160 Menschen getötet, davon 16 in Aleppo und 27 in den Vorstädten von Damaskus. In Syrien sterben derzeit täglich schätzungsweise 100 bis 200 Menschen.

Mit verstärkter Zusammenarbeit wollen Washington und Ankara den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad beschleunigen. Die Geheimdienste beider Staaten und die Streitkräfte sollten dabei eine wichtige Rolle übernehmen, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Samstag in Istanbul. Auf eine mögliche Flugverbotszone in Syrien angesprochen, wollte sie sich nicht konkret äußern. Dies bedürfe einer genauen Analyse, auch wenn über alle Möglichkeiten gesprochen werde. Clinton und ihr türkischer Amtskollege Ahmet Davutoglu warnten vor einer dramatischen Verschärfung der humanitären Krise in dem Bürgerkriegsland.

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