Kampf um Autonomie
Krieg kehrt in Sri Lanka zurück

Nach einer Serie von Anschlägen der Rebellen und Vergeltungsschlägen der Militärs befindet sich Sri Lanka wieder mitten im Bürgerkrieg. Offenbar bei einem Luftangriff der Armee auf ein Waisenhaus im Rebellengebiet im Nordosten wurden am Montag zahlreiche Schulmädchen getötet.

HB COLOMBO. Der Sprecher der nordischen Mission zur Überwachung des Waffenstillstands (SLMM), Thorfinnur Omarsson, sagte, man habe 19 Leichen gefunden. Die Tamilen-Rebellen der LTTE sagten, 61 Kinder seien getötet worden.

Die Regierung wies die Vorwürfe zurück. Bei dem im nordöstlichen Bezirk Mullaitivu aus der Luft angegriffenen Gebäude habe es sich nicht um ein Kinderheim, sondern um einen Stützpunkt der Rebellen gehandelt, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Nach Angaben der Rebellen warfen Kampfflugzeuge 16 Bomben auf das Waisenhaus, in dem ein Erste-Hilfe-Kurs stattgefunden habe.

Wenige Stunden später wurden bei einem Bombenanschlag im Zentrum der Hauptstadt Colombo acht Menschen getötet. Der pakistanische Botschafter Basheer Ali entging dem Anschlag unverletzt. Die Regierung in Colombo teilte mit, der Botschafter sei angegriffen worden, weil sein Land im Kampf gegen die LTTE Militärhilfe leiste. Der Konvoi sei auch das Ziel gewesen, vermutete ein Militärexperte. „Pakistan liefert seit einiger Zeit militärische Ausrüstungen an Sri Lanka“, lautete seine Begründung. „Ich würde eine Verwechslung ausschließen.“

Seit dem Ausbruch der Kämpfe vor drei Wochen sind nach Schätzungen bereits mehr als 1 000 Menschen getötet worden. Mehr als 100 000 Menschen sind auf der Flucht. Die von dem Tsunami im vergangenen Jahr schwer getroffene Wirtschaft des Landes wird von den Kampfhandlungen weiter geschwächt. Anfang des Monats waren 17 tamilische Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation „Aktion gegen den Hunger“ ermordet worden – die Verantwortung schieben sich Rebellen und Regierungstruppen gegenseitig zu.

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