Kampf um den Mobilfunkmarkt
Qualcomm kämpft in Indien um Marktanteile

Der US-Konzern Qualcomm droht im Kampf um Marktanteile in Schwellenländern zurückzufallen. Grund ist ein Richtungswechsel bei Indiens zweitgrößtem Mobilfunkanbieter Reliance Communication (RCL). Das Unternehmen, das bislang auf den von Qualcomm entwickelten Mobilfunkstandard CDMA gesetzt hat, wendet sich nun auch der konkurrierenden Technik GSM zu.

NEU DELHI. RCL-Chef Anil Ambani hat kürzlich angekündigt, dass er 450 Mill. Euro in den Aufbau von GSM-Netzen in den beiden größten Märkten Bombay und Delhi investieren will und dafür bereits Frequenzen beantragt hat.

Die beiden Mobilfunkstandards sind nicht miteinander vereinbar. Das heißt, CDMA-Handys funktionieren nicht in Netzen, die auf GSM basieren. CDMA hat sich aber nur in den USA, Japan und Korea als vorherrschende Technik durchgesetzt. 80 Prozent der weltweiten Handy-Besitzer nutzen heute GSM.

Angesichts gesättigter Märkte sind die Schwellenländer für die Mobilfunkbranche von großer Bedeutung. Qualcomm setzt die größten Hoffnungen auf China und Indien. Indien ist der am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt weltweit. Steigende Einkommen und eine wachsende Mittelschicht bescheren Mobilfunkern in Indien jeden Monat drei Millionen Neukunden. Im Mai überschritt Indien die Schwelle von 100 Millionen Handy-Nutzern. Diese Zahl soll sich in drei bis vier Jahren verdreifachen. Das macht das Land für Netzausrüster und Handyhersteller zu einem Schlüsselmarkt.

Bislang wird dieser von GSM-Anbietern wie Bharti dominiert. Der Marktführer im Mobilfunk gewinnt jeden Monat eine Million Neukunden – und damit mehr als RCL. Für Qualcomm sind die 20 Millionen Kunden von Reliance dennoch Gold wert: Die Amerikaner produzieren nicht nur die Chips für CDMA-Handys, sondern kassieren auch Lizenzgebühren für die Nutzung dieser Technologie, da sie die meisten Patente darauf besitzen.

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