Kampf um die Arktis
Moskau zeigt Härte gegen Greenpeace

Die Niederlande haben vor dem Internationalen Seegerichtshof die Freilassung der in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten gefordert. Doch Moskau mauert – und treibt seinen Rohstoff-Kampf in der Arktis voran.
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DüsseldorfNach rund vier Stunden hat Shunji Yanai genug gehört, er beendet die Sitzung. Bis zum 22. November will er verkünden, was er von der Festsetzung der Greenpeace-Aktivisten in Russland hält und ob der Internationale Seegerichtshof, dessen Präsident der Japaner ist, darüber urteilen darf.

Zuvor haben Vertreter der Niederlande, unter deren Flagge das Greenpeace-Boot Arctic Sunrise im September die russische Ölbohrplattform Proraslomnaja angesteuert hat, dargelegt, warum sie die Verhaftung der Crew für Unrecht und die Vorwürfe der Russen für haltlos halten. Ihr Hauptargument: Das Schiff habe sich in internationalem Gewässer und nicht in russischem Hoheitsgebiet bewegt – daher hätte nur die Niederlande selbst das Schiff entern, beziehungsweise den Auftrag dazu erteilen dürfen.

„Wir hoffen auf eine einstweilige Verfügung, die besagt, dass Schiff und Besatzung sofort freikommen müssen“, sagt Stefan Krug von Greenpeace-Deutschland im Gespräch mit Handelsblatt Online. Er hat die Verhandlung im Gerichtsgebäude im Hamburger Stadtteil Nienstedten verfolgt. „Es ist bezeichnend, dass die Russen nicht gekommen sind, um für ihre Position zu streiten – das bestärkt uns in unserer Wahrnehmung, dass ihre Vorwürfe konstruiert sind.“

Die russische Küstenwache hatte die „Arctic Sunrise“ am 19. September in der Barentssee geentert und die 30 Besatzungsmitglieder – unter ihnen zwei Journalisten – inhaftiert. Tags zuvor hatten die Aktivisten versucht, die Bohrinsel des russischen Staatskonzerns Gazprom zu besetzen, um gegen den Abbau von Bodenschätzen in der Arktis-Region zu protestieren. Nun soll ihnen der Prozess gemacht werden. Zunächst lautete der Vorwurf auf Piraterie, nun soll Anklage wegen „Rowdytums“ erhoben werden. Bei einer Verurteilung droht den Crew-Mitgliedern eine mehrjährige Haftstrafe.

„Die Vorwürfe sind absurd – es war auch schon von illegalem Drogenbesitz die Rede, weil Morphium in der Bordapotheke gefunden wurde“, sagt Krug. Vor dem Seegerichtshof seien alle Vorwürfe widerlegt worden. Er sei überrascht von der plötzlichen russischen Härte. „Es hat schon zuvor einige Aktionen an der Bohrinsel gegeben – bei denen ist aber alles friedlich geblieben.“

Krug hat nur eine Erklärung dafür, dass es dieses Mal anders war. „Wir vermuten, dass Russland mit seiner starren Haltung deutlich machen will, dass künftig jeder mit Härte rechnen muss, der sich den russischen Arktis-Plänen in den Weg stellt.“ Die Greenpeace-Aktivisten hätten mit ihrer Bohrinsel-Protestaktion daher einen Nerv getroffen. Dazu passen die Beobachtungen, die Ewald Böhlke, Russland-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, jüngst gemacht hat.

Kommentare zu " Kampf um die Arktis: Moskau zeigt Härte gegen Greenpeace"

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  • Anstatt über Greenpeace zu lästern sollte jeder sich selbst an die Nase fassen und sich überlegen welchen Beitrag man für die Umwelt leistet. Jedenfalls macht Greenpeace einen guten Job und hat schon auf viele Probleme aufmerksam gemacht und damit zu Verbesserungen beigetragen.

  • Greenpeace???

    Ist das nicht diese Pseudoumweltorganisation die von den Bilderbergen gegründet wurde?

    Seid Jahren werden toxische Stoffen weltweit über Städte versprüht!!! ( Chemtrails )

    Der Himmel ist voller giftiger Chemtrails!

    Warum protestiert Greenpeace nicht gegen Chemtrails?

    Warum berichten die gleichgeschalteten Massenmedien nie über Chemtrails?

    Wer steht hinter Greenpeace und den gleichgeschalteten Massenmedien?

    Wer mehr über Chemtrails und die Pseudoumweltorganisation Greenpeace wissen möchte,
    sollte bei youtube nach "Werner Altnickel" suchen.

  • Greenpeace???

    Ist das nicht diese Pseudoumweltorganisation die von den Bilderbergen gegründet wurde?

    Seid Jahren werden toxische Stoffen weltweit über Städte versprüht!!! ( Chemtrails )

    Der Himmel ist voller giftiger Chemtrails!

    Warum protestiert Greenpeace nicht gegen Chemtrails?

    Warum berichten die gleichgeschalteten Massenmedien nie über Chemtrails?

    Wer steht hinter Greenpeace und den gleichgeschalteten Massenmedien?

    Wer mehr über Chemtrails und die Pseudoumweltorganisation Greenpeace wissen möchte,
    sollte bei youtube nach "Werner Altnickel" suchen.

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