Kampf um Mossul: „Es wird erhebliche Opfer geben“

Kampf um Mossul
Irakisches Militär befürchtet viele Opfer

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„Es wird erhebliche Opfer geben“

„Wir müssen weiter vorangehen, denn wir erleiden weniger Verluste, als wenn wir still stehen und auf das Vorrücken anderer Einheiten in ihren Sektoren warten“, erklärt Brigadegeneral Haidar Fadhil von den Spezialkräften. „Wir versuchen, langsam vorzurücken, um die Zahl der Opfer zu minimieren und wir sind überzeugt, dass wir am Ende den Befehl erhalten, den westlichen Sektor der Stadt zu befreien, wenn wir hier fertig sind.“

Das könnte noch eine Weile dauern. Die Spezialkräfte haben die IS-Kämpfer aus rund 15 der 39 Viertel im Osten von Mossul vertrieben. Einige dieser Viertel bestehen aus nicht mehr als einer Handvoll Gebäuden. Die Truppen stehen nun etwa drei Kilometer vom Tigris entfernt, der die Stadt in zwei Hälften teilt. Allerdings ist das Gebiet dicht besiedelt und die Männer müssen ständig ihre Flanken sichern.

Im Ostteil der Stadt leben mehr Menschen als im Westen. Positiv lässt sich vermerken, dass die Luftangriffe der Koalition, mit denen die vier Brücken über den Tigris zerstört wurden, dazu beitrugen, die Zahl der Autobombenanschläge zu reduzieren, wie Kommandeure erklären. Gleichzeitig sitzen jetzt die regulären Einheiten am Stadtrand fest. Mühsam hatten sie sich zuvor wochenlang durch Dörfer in der Umgebung gekämpft, nun blicken sie einem ungewissen Häuserkampf entgegen.

So erging es etwa der 16. Infanteriedivision, die rund zehn Kilometer nördlich von Mossul auf heftigen Widerstand traf und ihre Position seitdem nur noch hält. Im Süden steht die 9. Division mit rund 10.000 Mann vier Kilometer vor der Stadtgrenze und ruht sich nach dem langen Kampf dorthin aus.

„Wir sind weder ausgerüstet noch ausgebildet, um innerhalb von Städten zu kämpfen“, sagt ein Mitglied der 9. Division, das seinen Namen nicht nennen will. „Wir sind eine Einheit mit Panzern.“ Gebraucht würden Soldaten, die die eroberten Gebiete halten könnten. Die eigenen Männer seien erschöpft.

Die IS-Kämpfer leisten erbitterten Widerstand. Sie verfügen über ein riesiges Waffenarsenal und kämpfen in einer Stadt, in der sie seit zwei Jahren zuhause sind. Die Extremisten haben ein Netzwerk aus Tunneln angelegt, von denen manche bis zu drei Kilometer lang sind. Bis zu 6.000 IS-Kämpfer werden in der Stadt vermutet, rund 1.500 sollen aus dem Ausland stammen, meist aus Frankreich und Belgien. „Ihre Flucht aus Mossul ist schwierig geworden, also werden sie entweder bis zum Tod kämpfen oder Selbstmordattentäter werden“, sagt ein Soldat.

Der Kampf um Mossul „verlangt eine Kombination aus einem Belagerungskrieg und ständiger Angriffe auf Ziele, die vom Geheimdienst identifiziert wurden und all das, während sich noch Zivilisten in der Stadt und der Umgebung aufhalten“, erklärt Hertling. „Es wird länger dauern, als alle vorhergesagt haben – und es wird erhebliche Opfer geben.“

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Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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