Kampf um Präsidentenamt in Simbabwe
Mugabe will sich möglicher Stichwahl stellen

Simbabwes Präsident Robert Mugabe will sich einer möglichen Stichwahl gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel stellen. Offizielle Ergebnisse der Präsidentenwahl gibt es aber immer noch nicht. Dafür zieht Mugabes Partei den Wahlerfolg der Opposition bei der Parlamentswahl in Zweifel.

HB HARARE. Das Politbüro seiner regierenden Zanu-PF habe Mugabe auf einer Krisensitzung am Freitag nominiert, berichtete Simbabwes Vize-Informationsminister Bright Matonga dem britischen Sender BBC. Die Stichwahl wird nötig, sollte keiner der Kandidaten bei der Präsidentenwahl am vergangenen Wochenende die nötige Mehrheit von mehr als 50 Prozent erreichen.

Offizielle Ergebnisse der Wahl gibt es bisher nicht. Matonga erklärte, er wolle nichts vorwegnehmen, doch seine Partei sei bereit für eine Stichwahl. Unklar sei, wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei. „Das wird weiter gehen, bis es komplett ist“, meinte Matonga unbestimmt. Seine Partei werde alle Reserven mobilisieren. Zanu-PF-Parteisekretär Didymus Mutasa legte in einer Erklärung nahe, dass der Termin für die bislang am 19. April erwartete Stichwahl verschoben werden könnte.

Bürgerrechtsgruppen zufolge will Mugabe die dreiwöchige Frist bis zu einer Stichwahl um 90 Tage verlängern, um sich mehr Zeit für den Kampf um das Amt zu verschaffen. Dafür lägen ihnen zuverlässige Informationen vor.

Mugabes Partei hat unterdessen am Freitagabend den Sieg der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) bei der Parlamentswahl vom vergangenen Wochenende in Zweifel gezogen. Die MDC habe 16 der Wahlkreise nur durch Bestechung gewonnen, erklärte Zanu-PF nach Angaben des britischen Senders BBC. Sollte die staatliche Wahlkommission dem Regierungslager recht geben, könnte es wieder die Mehrheit im Parlament reklamieren.

Die Wahlkommission hatte am Donnerstag mitgeteilt, insgesamt habe die Opposition 109 der 210 Sitze im Parlament gewonnen, davon die MDC allein 99. ZANU(PF) kam demnach auf 97 Sitze. Bei der weiter schleppend verlaufenden Auszählung der Wahl für den Senat hatte am Freitagabend ebenfalls die MDC die Nase vorne. Sie konnte nach dem jüngsten Stand 22 der 60 Sitze auf sich vereinen, ZANU(PF) kam auf 21 Sitze.

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