Kampf um Präsidentschaft: Gute Vorsätze helfen Segolene Royal nicht

Kampf um Präsidentschaft
Gute Vorsätze helfen Segolene Royal nicht

Bittere Nachricht für Segolene Royel: Kaum hat die Hoffnungsträgerin der Sozialisten ihr lang erwartetes Wahlprogramm vorgestellt, flattert ihr ein negatives Umfrageergebnis ins Haus. Ihr Konkurrent, Innenminister Nicolas Sarkozy, baut seinen Vorsprung aus.

HB PARIS. Nach einer am Montag vom Ifop-Institut durchgeführten Umfrage liegt der UMP-Kandidat aktuell acht Prozent vor seiner Konkurrentin Royal. Die Meinungsforscher erwarten, dass Sarkozy bei der Stichwahl in knapp drei Monaten 54 Prozent bekommen wird. Damit hat Sarkozy Royal in den vergangenen Wochen zwei Prozent an Wählerstimmen abgenommen.

Entsprechend der Umfrage käme der der UMP-Kandidat im ersten Wahlgang Ende April auf 33,5 Prozent, Royal auf 26. An dritter Stelle würde der Chef der liberalen Partei UDF, François Bayrou, landen. Zehn Prozent würden den Kandidaten der rechtsextremen Front National, Jean-Marie Le Pen, wählen.

Am vergangenen Sonntag hatte Royal ihr lang ersehntes Wahlprogramm vorgestellt: Unter dem Titel "Le pacte présidentiel" schlägt Frankreichs erste Präsidentschafskandidatin insgesamt "100 Maßnahmen" für Frankreich vor. Die Sozialistin verspricht einen staatlichen Mindestlohn, steigende Renten und mehr Sozialleistungen für Jugendliche. "Ich will den Schwächsten wieder Hoffnung und Mut geben", sagte Royal in Villepinte bei Paris. In der Gunst der Wähler legte sie durch diese Verlautbarung offenbar nicht zu.

Die attraktive Royal war vor Monaten mit großem Vorsprung in den Wahlkampf gestartet. Haftete doch dem Chirac-Nachfolger Sarkozy das Image eines Erzkonservativen an. Vor allem Zusammenhang mit den Krawallen in Pariser Vorstadtorten im Jahr 2005 hatte Sarkozy an Sympathie im Volk verloren. Der UMP-Mann hatte damals die Jugendlichen in den Vororten der Hauptstadt diffamiert. Nun aber schwächelt Royal: Es mehren sich kritische Stimmen, die die Ehefrau des Sozialisten-Parteichefs Francios Hollande als ahnungslose Regionalpolitikerin abqualifizieren.

Royals Weg zu ihrem 'Wahlprogramm war ungewöhnlich. Wochenlang konnten potenzielle Wähler Vorschläge für das Programm einsenden. Herausgekommen ist dabei ein Produkt, das dem Volk viel verspricht. Doch ein Problem könnte der Sozialistin die schlechten Umfrageergebnisse beschert haben: Bisher ist unklar, wie Royal all die zusätzlichen Leistungen finanzieren will.

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