Kampfansage Sarkozy droht arabischen Diktatoren

In der Libyen-Frage ist die EU tief gespalten. Frankreich und Großbritannien kämpfen an vorderster Front, Deutschland bleibt außen vor. Und jetzt droht Präsident Sarkozy schon wieder.
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Sarkozy in Brüssel: Kampfansage an arabische Despoten. Quelle: dapd

Sarkozy in Brüssel: Kampfansage an arabische Despoten.

(Foto: dapd)

BrüsselDie EU erneuert ihre Rücktrittsforderung an den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi. "Gaddafi muss gehen", sagte EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy am frühen Freitagmorgen in Brüssel. Das nordafrikanische Land müsse rasch den Weg hin zur Demokratie gehen.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ging noch weiter und drohte auch anderen Diktatoren. "Jeder Herrscher muss verstehen, und vor allem jeder arabische Herrscher muss verstehen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas von nun an jedes Mal die Gleiche sein wird", sagte er "Wir werden an der Seite der Bevölkerung sein, die ohne Gewalt demonstriert."

Sein Engagement für die Militäroperation in Libyen begründete er so: "Wenn die Koalition nicht gehandelt hätte, wäre die Bevölkerung von Bengasi Opfer eines Massakers geworden."

Die EU-Gipfel beschloss, den Druck auf Gaddafi mit verschärften Sanktionen zu erhöhen. "Die EU ist bereit, weitere Sanktionen zu initiieren und zu beschließen. Dazu gehören Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Öl- und Gas-Einnahmen nicht das Gaddafi-Regime erreichen", hieß es in einer Erklärung der Gipfelrunde.

Die EU beschloss eine historische Reform zur Absicherung der Euro-Währung. Dazu gehört ein verschärfter Stabilitätspakt und ein neuer Krisenfonds für klamme Eurostaaten. Die Schuldenkrise geht unterdessen weiter - neuer Kandidat für Milliarden-Hilfen ist Portugal.

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32 Kommentare zu "Kampfansage: Sarkozy droht arabischen Diktatoren"

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  • AS1, sitzen Sie vor Ort, in Tripolis, oder entnehmen Sie Ihre Klugheiten dem Propaganda-Bulletin des TOTAL-Konzerns ?? Trotz massiver NATO-Hilfe haben die Cyrenaika-Stammes-Banden (oder sind das in Wirklichkeit Aegypter auf Beutezug in trasferta ?) 1 Woche gebraucht um dieses Kuh-Dorg Abschdabschabudscha zu erobern. Das Gafaffi breiten Rueckhalt hat, sieht man am Boden, 3.000 Soeldner koennen keine 1,8 Millionen Quadratkilometer Land halten. USA. F, GB wollen, dass Gadaffi stirbt, damit sie die eingefrorenen 150 Milliarden libyschen Auslandsvermoegens erben koennen; die EU plant fuer Tunesien, Aegypten und Libyen (!) ein Hilfsprogramm von 1,0 Mrd- Euro - da sehen wir, woher der Wind blaest.

  • Was die Ossi Merkel und der schwule Guido anrichten das ist schon Abendteuerlich.
    Das hat es noch nie gegeben.
    Selbst vom Ziehvater Kohl hört man Kritik.
    Was für Leute, unter den Ministern, hocken eigentlich
    in den Ministerien herum?
    Die müßten doch die unabhängigen Fachleute haben die ohne Gaunerbanker und Wirtschaft die richtigen Rahmenentscheidungen treffen könnten.
    Das ganze unfähige Pack gehört zum Teufel gescheucht und völlig neu aufgebaut. Sarrazin hat leider doch recht

  • Sprechen Sie über sich? An Stammtischgesprächen nehme ich nicht teil. Deshalb kann ich mit Ihnen nicht mitreden. Was Informationsquellen angeht, scheint es gerade bei Ihnen nur in eine Richtung zu gehen, wie Sie hier gebetsmühlenartig Ihren Senf dazu geben.

  • Bedenkt die Eigendynamik.
    Wie bei einem kleinen Störfall kann hier ein kleiner populistischer unsinniger Auswurf zu einem alles in den Abgrund saugenden Strudel eskalieren.
    Oder, wie bei einem Störfall-Beispiel erwähnt: Die Flächen, die als Folge unbewohnbar werden, könnten dann der erweiterte Schauplatz der eigenen unbedachten Worte sein.
    Sarkozy steht mitten drin und Europa nebst Nato werden als Waffenbrüder den Kopf herhalten müssen. Auf die eine oder andere Art.
    Manchmal ist es besser, den Mund zu halten, ein Kaugummi einzuwerfen und die Zunge zu schrubben. Mundgeruch macht einsam, aber stinken tut er trotzdem.

  • Hier mal was interessantes zur deutschen Geschichte mit Libyen: http://www.jungewelt.de/2011/03-24/022.php

  • @AS1

    Die PIGS&FROGS haben uns beim "Euro" betrogen. Warum sollten wir Ihnen jetzt glauben, wer in Lybien der Böse ist?

  • Solche Drohungen sind überflüssig weil politisch unklug. Dass Politiker immer mehr glauben, sich vor ihren Wählern so aufblasen zu müssen. Manche Wähler werden das sogar honorieren und da liegt der Hase im Pfeffer.

  • Was Sie als Anhängerschaft Gaddafis bezeichnen, ist eine reine Propagandaschau. Diese wenigen Leute sind von Gaddafi gekauft worden. Er hat neulich noch jeder Familie umgerechnet 145.000 EUR geboten, wenn sie zu ihm hält. Und Kohle hat er ja reichlich. Fallen Sie bitte nicht auf dieses Theater von Gaddafi herein! Er und sein Staatfernsehen lügen, dass sich die Balken biegen. Der Westen soll unbedingt gespalten werden, damit seine Macht weiter anhält.

  • @AS1
    Die Situation in Lybien ist nicht so eindeutig wie sie glauben. Die Anhängerschaft Gaddafis ist mindestens ebenso groß wie die seinen Gegner. Deshalb wird oder ist auch der Bürgerkrieg in Lybien ein derart grausamer und blutiger.
    Im Gegensatz zu Tunesien und Ägypten verhält sich die Armee nicht neutral sondern steht auf der Seite des Machthabers. Außerdem verfügt er über schwarzafrikanische Söldner und ausreichende Mittel um sie zu bezahlen.
    Die Idealisten und die Kämpfer die sich ihnen angeschlossen haben müssen einen hohen Preis bezahlen.
    Der Ausgang ist ohne Unterstützung auswärtiger Bodentruppen völlig ungewiss.

  • So ist es! Einige hier wohnen immer noch im Wolkenkuckucksheim. Solange vor der eigenen Haustür alles in Ordnung ist, kann die Welt doch gar nicht schlecht sein. Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen und immer die Konservativen wählen ... dann wird schon nichts passieren.

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