Kampfroboter werden Realität
Die Terminator-Armee ist kein Science-Fiction mehr

Die dritte Revolution der Kriegsführung bahnt sich an: Namhafte Forscher und Unternehmer warnen vor einem unmittelbar bevorstehenden Wettrüsten der Roboterarmeen – mit unabsehbaren Folgen. Wird die Politik zuhören?
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San FranciscoWenn das Gruseln zur Realität wird: Egal, ob es ein Terminator ist, der Amok läuft oder ein übereifriges Computernetzwerk, das seine Schöpfer in „iRobot“ durch Versklavung vor sich selbst schützen will, Hollywood malt seit „2001, Odyssee im Weltraum“ in düsteren Bildern aus, was der Menschheit droht, wenn Computer oder „Die Matrix“ die Weltherrschaft übernehmen.

Doch schon weit davor bahnt sich bereits eine Katastrophe an, fürchten mehr als Tausend namhafte Wissenschaftler und Unternehmer. Sie erwarten die dritte Revolution der Kriegsführung: Nach Schießpulver und Atomwaffen die seelenlosen Armeen von autarken Kampfrobotern. Es bleibe der Menschheit nur noch kurze Zeit, das zu verhindern.

Die Experten warnen in einem offenen Brief vor einem Wettrüsten der autonomen Waffen mit künstlicher Intelligenz, gegen die auch unter anderem die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams schon versuchte, vorzugehen. Zu den Unterzeichnern gehören der Multiunternehmer, SpaceX-Gründer und Technologie-Fan Elon Musk, Apple-Mitgründer Steve Wozniak oder Steven F. Smith von der Carnegie Mellon Universität, eines der bekanntesten Robot-Forschungszentren der Welt. Auch Astrophysiker Stephen Hawking und viele andere Experten wie Frank Sauer von der Bundeswehr-Universität München oder Carsten Lutz, Professor an der Universität Bremen fordern einen Bann der selbstdenkenden und selbstschiessenden Angriffswaffen.

Der Brief wird am Mittwoch zu Beginn der International Joint Conference on Artificial Intelligence (AI) im argentinischen Buenos Aires überreicht. Theoretisch, so die Unterzeichner, machten autonome Waffen die Schlachtfelder „sicherer“ für Soldaten. Aber im Endeffekt könnten Armeen von Angriffsrobotern die Hemmschwellen der Regierungen senken, in den Krieg zu ziehen.

Nicht zuletzt der massive Blutzoll und das Entsetzen im Heimatland führten zum Beispiel zum Rückzug der Amerikaner aus Vietnam. Die Russen verließen Afghanistan erst, als die Mütter der Soldaten nicht aufhörten, vor dem Kreml zu demonstrieren. Wenn Kampfroboter „sterben“, weint niemand. Die Länge eines Angriffskriegs wird nur noch davon bestimmt, wann der Roboternachschub ausgeht.

Sobald der erste Staat mit der Entwicklung der autonom agierenden Angriffsroboter beginnt, werden andere nachziehen und ein neues Wettrüsten auslösen, fürchten die Autoren. Das Problem dulde auch keinen Aufschub: Kampfroboter seien nur noch Jahre, nicht Jahrzehnte entfernt. Sind sie erst einmal reif für die Massenproduktion, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sie über illegalen Waffenhandel in die Hände von Terroristen und Diktatoren gerieten. Die Robot-Killer als die „Kalaschnikow von Morgen“.

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Google könnte „unabsichtlich“ die Menschheit ausrotten

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  • und ich meine damit 4 physikalisch vorlegbare Goldbarren und kein Spekulationspapier auf möglicherweise ggf vorlegbare hinterlegte Titel auf Gold, die - oh Wunder sagte die Flunder - derzeit zum vermutbaren Goldcrash beigetragen haben könnten.

    oops...

  • "Goldbasher"

    noch so ein Science Fiction Anhänger: gewöhnen Sie sich daran, dass Gold soviel wert bleiben wird, wie die Mehrheit der Goldmarkttreilnehmer es für sinnvoll erachtet.
    Wenn Sie 4 Barren benötigen werden sollten für ein Brötchen dürften Sie ungefahr verstehen was es mit "sicheren Werten" ggf auch auf sich haben könnte...

    have a nice eve

    and bye

  • >>"Die Länge eines Angriffskriegs wird nur noch davon bestimmt, wann der Roboternachschub ausgeht."<<

    Das ist unzutreffend: die Länge eines jeden Krieges wird vor allem davon bestimmt, wieviel Geld dafür zur Verfügung steht, wobei wir wieder bei meinem Lieblingsthema wären. Kampfroboter sind sündhaft teuer - zynisch gesagt, sind sie sogar wesentlich teurer als menschliche Soldaten. Und alle teuren Kriege konnten und können letztendlich nur und ausschließlich mit ungedecktem Papiergeld finanziert werden. Dazu Roland Baader:
    "Vor und mit Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde die Goldwährung auf der ganzen Welt abgeschafft. Gerade aus dem Grund, weil man mit echtem Geld keinen großen Krieg hätte finanzieren können, schon gar keinen Weltkrieg. Der 1. Weltkrieg hätte zwei, drei, oder vier Wochen lang geführt werden können, NICHT LÄNGER. Und das war die eigentliche Ursache, weshalb man das Gold-Geld abgeschafft hat und zum deckungslosen Papiergeld, zum Fiat Money, übergegangen ist."
    Ja, darüber sollten die Gold-Basher (auch bei dieser Zeitung) einmal gründlich nachdenken...

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