Kanalinsel in britischem Kronbesitz
Bund einigt sich mit Guernsey über Steuer-Transparenz

Die Trockenlegung von sogenannten Steueroasen schreitet weiter voran: Der Bund unterzeichnete am Donnerstag mit der Kanalinsel Guernsey ein Abkommen über den Informationsaustausch in Steuersachen nach OECD-Standards. Die Kanalinsel gehört zum britischen Kronbesitz.

HB BERLIN. Die Vereinbarung entspreche den Standards der Industrieländerorganisation OECD, erklärte das Finanzministerium in Berlin. Als direkter britischer Kronbesitz gehört Guernsey nicht zum Vereinigten Königreich und ist nicht Teil der EU. Die Insel ist ein beliebter Standort für viele Finanzdienstleister. Zugleich trat auch die Steueroase Monaco nach internationalem Druck beim Steuergeheimnis den Rückzug an.

Dem Abkommen mit Guernsey zufolge müssen Informationen, die für die Besteuerung relevant sind, zugänglich sein. Das gilt nach Angaben des Finanzministeriums auch für Bankdaten sowie für Angaben über die Eigentümer von Gesellschaften. Auf Ersuchen müssen diese Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dazu muss kein Verdacht auf Steuerhinterziehung vorliegen, es reicht aus, dass die Daten steuerlich "voraussichtlich relevant" sind. Bereits Anfang März hatte die Bundesregierung mit der Isle of Man ein Steuer-Transparenz-Abkommen abgeschlossen. Das Eiland in der irischen See ist ebenfalls britischer Kronbesitz und galt wegen seines Bankgeheimnisses lange als bevorzugter Standort für steuersparende Firmengründungen von Ausländern.

Derweil stimmte nach der Schweiz, Luxemburg und Österreich auch Monaco zu, künftig mit den EU-Behörden bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung zusammenzuarbeiten. Bis Ende des Jahres solle eine entsprechende Vereinbarung geschlossen werden, teilte die Regierung des Fürstentums mit. Die Gespräche mit der OECD über den Austausch bei Steuerfragen seien bereits abgeschlossen.

Die 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) hatten Steueroasen angedroht, sie bei ihrem Gipfel am 2. April in London auf eine "Schwarze Liste" zu setzen, was nicht nur den Banken sondern auch der Industrie der Länder geschadet hätte.

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