Kandidatenauswahl
IWF lädt Carstens und Lagarde zum Schaulaufen

Der mexikanische Notenbankchef und die französische Innenministerin geben sich diese Woche beim Internationalen Währungsfonds die Klinke in die Hand. Der Grund: Vorstellungsgespräche für den Chefposten.
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WashingtonMitten in den Verhandlungen über eine Rettung Griechenlands entscheidet der Internationale Währungsfonds in der kommenden Woche über seinen künftigen Chef. Das Direktorium werde am nächsten Dienstag zusammentreten und bis Donnerstag seine Entscheidung treffen, teilte der Fonds am Montagabend in Washington mit.

Zur Wahl stehen die französische Finanzministerin Christine Lagarde und der mexikanische Notenbank-Chef Augustin Carstens. Lagarde gilt als Favoritin.

„Das Direktorium hat das Ziel, die Entscheidung im Konsens zu treffen“, erklärte der IWF. Formal reicht eine Mehrheit von 85 Prozent, die aus den Stimmrechten der 187 Mitgliedsländer zusammenkommen muss.

Die Französin wird den Angaben zufolge am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche mehrere Vorstellungsgespräche am Sitz des Fonds führen. Carstens war Montag dort und hat Dienstag weitere Termine.

Der Posten ging bisher traditionell an einen Europäer. Die Schwellenländer haben diese Regelung allerdings zuletzt scharf kritisiert. Der IWF beteiligt sich finanziell an der Stützung des hochverschuldeten Griechenlands, das als Gegenleistung für die nächste Milliarden-Tranche bis Ende Juni schärfere Sparmaßnahmen beschließen muss.

Der neue Chef ersetzt Dominique Strauss-Kahn, der sein Amt wegen eines Strafverfahrens niedergelegt hat. Dem Franzosen wird vorgeworfen, in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen sexuell genötigt zu haben. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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