
Rom/ParisSilvio Berlusconi macht es weiter spannend: Italiens früherer Regierungschef hat nach eigenen Worten immer noch keine Entscheidung über ein mögliches Comeback gefällt. „Aber eines ist sicher: Ich habe immer im Dienst meines Landes gestanden“, sagte der 75-jährige skandalumwitterte Ex-Premier laut der Nachrichtenagentur Ansa in einem Interview der französischen Zeitung „Libération“, das am Samstag veröffentlicht werden soll. Seine gesamte Partei PdL („Volk der Freiheit“) habe ihn gebeten „zurückzukehren, um von meiner Popularität im Wahlkampf zu profitieren“.
Der Sinn für Verantwortung gegenüber seinem Land und die „Bitterkeit, nicht alles gemacht zu haben, was ich wollte“, könnten ihn zu einer Fortsetzung bewegen, betonte Berlusconi in dem Interview laut Ansa weiter. Am Donnerstag hatte schon der zunächst als Kronprinz Berlusconis gehandelte PdL-Chef Angelino Alfano dem Fernsehsender Rai gesagt: „Unser Kandidat ist Berlusconi, sollte er akzeptieren“. Jeder in der Partei dränge Berlusconi dazu, denn er „ist der italienische Politiker, der die meiste persönliche Zustimmung bekommt“.
Geburtstag: 29. September 1936
Geburtsort: Mailand
Vater: Bankangestellter Luigi Berlusconi (1908-1989)
Mutter: Rosa Bossi (1911-2008)
Familienstand: getrennt lebend, seit 2009 in Scheidung
Kinder: drei Töchter und zwei Söhne aus zwei Ehen
1961 Jura-Examen mit Bestnote der Universität Mailand
1,64 Meter
„Cavaliere“ (Ritter, Kavalier)
1994 Gründung der Forza Italia, 2008 neue Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit)
Von Mai 1994 bis Januar 1995, dann von 2001 bis 2006, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt am 8. Mai 2008. Im November 2011 trat Berlusconi nach einer langen Reihe von Skandalen zurück.
Rund 150 Firmen, darunter der Fußballverein AC Mailand
Geschätzt auf mehr als sechs Milliarden Euro
„Mit mir kann sich keiner vergleichen, nicht in Europa und nicht in der Welt.“
Vor einigen Wochen waren Spekulationen aufgekommen, Berlusconi bereite seine erneute Kandidatur für das Amt des Regierungschefs bei den Parlamentswahlen 2013 vor. Berlusconi hatte im November 2011 zurücktreten müssen und dem Wirtschaftsfachmann Mario Monti Platz gemacht.
Mit Blick auf den sogenannten Ruby-Prozess um Sex mit minderjährigen Callgirls und Amtsmissbrauch bekräftigte Berlusconi, dass er mit einem Freispruch rechne. Seit seinem Einstieg in die Politik werde er von einem „extremistischen Teil der Justiz“ verfolgt. Das hätten die Italiener verstanden. „Und sie sind mit mir.“

Oh je,na dann sind Montis Reformversprechen,bald nur noch Luftblasen....!
Aber die EZB will den Italienern ja bald helfen... na hoffentlich hilft uns im September das Bundesverfassungsgericht....!

Es scheint so, als gehören Korruption und Mafia zu den Tugenden der Italiener; anders ist es nicht mehr zu erklären, dass ein Mann wie Berlusconi nicht hinter "schwedischen Gardinen" sitzt und sogar in Erwägung gezogen wird, ihn wieder zur nächsten Wahl aufzustellen.
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