„Kann Abwehr überwinden“
Russland testet Interkontinentalrakete

Inmitten des Streits zwischen Russland und dem Westen über den Georgienkonflikt und US-Raketenabwehrpläne in Europa hat Moskau wieder eine ballistische Interkontinentalrakete getestet. Doch der Kreml dementiert einen Zusammenhang mit dem Konfikt.

HB MOSKAU. Die 45 Tonnen schwere Rakete vom Typ PC-12M Topol sei am Donnerstag nahe der nordwestrussischen Stadt Plessezk abgeschossen worden und rund 6000 Kilometer weiter auf dem Versuchsgelände Kura auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka eingeschlagen, meldete die Agentur Interfax in Moskau. Die Rakete sei in der Lage, gegnerische Abwehrtechnik zu überwinden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Der Test sei "mit Effektivität und hoher Genauigkeit" verlaufen, hieß es.

Es habe sich um einen reinen Routinetest gehandelt, sagte ein Armeesprecher. Einen Zusammenhang mit dem Südkaukasuskonflikt und den US-Raketenabwehrplänen in Polen und Tschechien wies er zurück.

Erst am Dienstag hatte Kremlchef Dmitrij Medwedjew betont, dass Russland das geplante US-Abwehrsystem als Bedrohung empfinde und militärische Gegenmaßnahmen nicht ausschließe. Die USA sehen das Projekt als Schutz gegen eine Gefahr etwa aus dem Iran. Russland hat in der Vergangenheit wiederholt Interkontinentalraketen getestet, die im Ernstfall mit Mehrfachsprengköpfen ausgerüstet werden können.

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