Kanzler bestand auf Reise
Afghanische Präsidentschaftskandidaten kritisieren Schröder-Besuch

Zwei Tage nach der ersten Präsidentenwahl in Afghanistan ist Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Montag in Kabul angekommen.

HB KABUL. Bei seinem sechsstündigen Besuch in der afghanischen Hauptstadt will er unter anderem mit Übergangspräsident Hamid Karsai und mit Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF sprechen. In Afghanistan sind gut 2000 deutsche Soldaten stationiert.

Der Kanzler hatte trotz der angespannten Sicherheitslage auf der Reise bestanden. Am vergangenen Freitag war neben der deutschen Botschaft in Kabul eine Rakete eingeschlagen. Mehrere afghanische Präsidentschaftskandidaten kritisierten den Besuch Schröders als Parteinahme für Übergangspräsident Hamid Karsai.

Der Kandidat Mir Mohammad Mahfuz Nedahi wertete die Visite kurz nach der von Unregelmäßigkeiten überschatteten Stimmabgabe als klares Zeichen, dass Deutschland schon vor dem erst Ende Oktober erwarteten Ergebnis von einem Sieg Karsais ausgehe. „Deutschland unterstützt damit zu hundert Prozent die US-Politik“, sagte er. Der besonders von den USA gestützte Karsai gilt als klarer Favorit.

Der Kandidat Abdul Latif Pedram sagte: „Europa sollte den Demokratisierungsprozess unterstützen, und nicht einen einzelnen Kandidaten.“ Auch er betonte, Deutschland dürfe der US-Regierung bei der Bevorzugung Karsais nicht folgen.

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