Kanzler reist zum Abschluss nach Afghanistan
Pakistan lehnt deutschen Sitz im Sicherheitsrat weiter ab

Pakistans Präsident Pervez Musharraf lehnt auch nach einem Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den deutschen Wunsch nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat ab. Auch der Wunsches nach engeren wirtschaftlichen Beziehungen und Übereinstimmungen in manchen politischen Fragen konnten Pakistan nicht umstimmen.

HB ISLAMABAD. „Unsere Haltung ist eine prinzipielle. Wir glauben, dass die Erhöhung der Zahl ständiger Mitglieder den demokratischen Prinzipien der Gleichheit souveräner Nationen widerspricht“, sagte Musharraf am Sonntagabend in Islamabad vor Journalisten. „Und wir halten auch nichts davon, die Zahl privilegierter Staaten auszuweiten.“ Schröder reagierte: „Da müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten.“

Das Gespräch mit Schröder war nach Musharrafs Worten von Harmonie, Gemeinsamkeiten und viel Verständnis geprägt. So sei man sich einig hinsichtlich der Notwendigkeit gemeinsamer internationaler Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus und seine Ursachen einig. Musharraf äußerte in diesem Zusammenhang die Überzeugung, dass der Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden noch lebt. Positiv äußerten sich die Führungen beider Länder zu den Präsidentenwahlen in Afghanistan als Chance für mehr Stabilität in dem Land. Schröder hob hervor, Musharraf habe klar und deutlich gesagt, dass die Atommacht Pakistan weder Atomwaffen weitergeben noch das tolerieren werde.

Schröder hatte während seiner Asien-Reise und auf dem Europa-Asien-Gipfel in Hanoi viel Unterstützung für seine Position erhalten, dass die Vereinten Nationen grundlegend reformiert werden müssten. Gelinge die Reform, so die Position des Kanzlers, sollte die Zahl der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates erhöht werden. Als Kandidaten hatte Schröder Deutschland, Indien, Japan und Brasilien genannt sowie ein wichtiges Land aus Afrika. Die ablehnende Haltung Pakistans hängt offenbar damit zusammen, das nach deutschem Wunsche auch Indien in das UN-Gremium einziehen sollte. Zwischen Indien und Pakistan gibt es langjährige Konflikte, die die beiden Partner aber, wie Musharrafs dem Kanzler nach eigenen Angaben sagte, weiter im Dialog und damit friedlich versuchen wollen zu lösen.

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