Kanzler Schröder derzeit in Pakistan
Tote bei Anschlag in pakistanischer Moschee

Bei einem Selbstmordanschlag in der zentral-pakistanischen Stadt Lahore sind am Sonntag mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und etwa 20 verletzt worden. Augenzeugen berichteten sogar von sieben Toten, darunter einige Kinder.

HB LAHORE. Nach Polizeiangaben hatte der Attentäter versucht, mit einer verdächtigen Aktentasche eine schiitische Moschee zu betreten. Als zwei Sicherheitsleute ihn aufhalten wollten, habe der Mann auf die Wächter geschossen und die Explosion der mit Sprengstoff gefüllten Tasche ausgelöst. Außer dem Attentäter starben den Polizeiangaben zufolge die beiden Wachmänner, ein weiterer Erwachsener und ein Kind.

Einem Gemeindeprediger zufolge kamen bei dem Anschlag neben den beiden Sicherheitskräften auch Kinder ums Leben. „Die Opferzahl könnte weit höher sein, wenn die Wachleute ihn nicht gestoppt hätten“, sagte der Geistliche. „Der Mut der Sicherheitsmänner hat vielen das Leben gerettet.“ Nach Angaben von Sanitätern wurden bis zu vier Leichen aus der Moschee geborgen und Verletzte in die Krankenhäuser gebracht.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hielt sich am Sonntag im Rahmen seiner mehrtägigen Asienreise unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad auf. Lahore liegt rund 300 Kilometer südöstlich Islamabads nahe der indischen Grenze.

Der jüngste Anschlag passt in eine Reihe weiterer vermutlich religiös motivierter blutiger Gewalttaten in Pakistan in den vergangenen Tagen und Wochen. Hintergrund sind Feindseligkeiten der schiitischen Moslems, die in Pakistan in der Minderheit sind, und der Mehrheit der Sunniten. Erst am Donnerstag waren bei einem Autobombenanschlag in der zentral-pakistanischen Stadt Multan mindestens 39 sunnitische Muslime getötet worden. Hinter der Tat wurde ein Racheakt von Schiiten vermutet. Seit Anfang Oktober sind bei Anschlägen auf sunnitische und schiitische Moslems insgesamt mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.

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